Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 13
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 624 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen. 524 So, ob wir es wollen oder nicht, ist die Vergangenheit immer bei uns. ...Jedes Neue wurzelt in weiter Vorzeit.“ Für manche .Juden bedeut er Reform und Fortsehritt dos Zerroissen der Kette der Tradition. Für mir}! bedeutet. Fortschritt Verlängerung der Kette, so. dass auch die Gegenwar’ ein Teil der Tradition wird. Der Rabbinismus. so argumentirt man, muss fort; man muss den Schutt wegraumen. bevor inan neu bauen kann. Diese! Standpunkt ist ein höchst unglücklicher — für den Fortschritt selbst. Ihm Rabbinismus war eine Phase in der Entwicklung des Judenthums, und dieses ist ohne jenen fast unverständlich. Wenn wir fortsehreiten können — s<> geschieht es nur auf der Grundlage der Vergangenheit, indem wir den wahren Sinn der jüdischen Tradition zu verstehen, ihr Wesen zu ergründen suchen, und nicht die herkömmlichen Plattheiten gegen sie wiederholen, dir auf jüdischen läppen unnatürlich klingen. Uns ganz auf die Bibel zurückzuwerfen und die Leistungen der Rabbinern aufzugehen, ist ein grosser Schritt — rückwärts; das heisst gerade ,,das Recht individuellen Urteils aufgeben, das die Rahliinen ausühben und wir unsrerseits auszuüben beau sprachen.״ Die Lektüre der Predigten Ahr.'s u. Montef/s hat־ uns einige recht angenehme und anregende Stunden gewählt, und wir empfehlen das Biiehlein Kennern des Englischen angelegentlich. Es war ein glücklicher Godanke, dass die Freunde gewissermaassen Hand in Hand vor das Publikum traten. Manchmal sind sie selbst so sehr Freunde, dass man nicht nur mit dem Dichter sagen kann, ״zwei Seelen und ein Gedanke“, sondern auch ,,und ein Wort. Man vergleiche z. B. folgende Sätze: ״We are alnvost. inclined to make a fetisb of theUnity of God“ (Abr. p. 79), und ״The unity of G od has occasionallv tended to bcoome a kind of fetisii amongst us׳־ (Montef. p. 192). ' B. ßadt. Um wiederholt geüussorten Wünsche■!) entgegen zu kommen, werden wir den 42. Jahrgang: der Monatsschrift (6. Jahrgang der netten Folge) erst mit de.in 1« Januar 1S9S heginnen lassen. Die noch im Laufe des gegenwärtigen Kalenderjahres für die Monate October, November und I )ecember er. fälligen Hefte werden wir als Heft. 13, 14 und 15 des 41. Jahrgangs bezeichnen. Das inhalts-Verzeiehniss über alle 15 Hefte vom October 1896 bis einschliesslich Decembcr 1897 werden wir in der üblichen Anordnung am Ende des Deccmbcr-IIeftes hinzufügen. Eine Aendenmg im Bezüge der Monatsschrift durch die Post und den Buchhandel wird hierdurch nicht herbeigeführt. Die Kedaetion und der Verlag* der ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthuins“• Unberechtigter Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift ist untersagt•