Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 41 (1896-1897)
- Issue
- Heft 13
- Article
- Die Organisation der jüdischen Ortsgemeinden in der talmudischen Zeit
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 594 (sequence 7)
- Language
- German
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594 I>ie Organisation 1b*r jüdischen Ortsgemeinden. Grn^tz IV, Note 21). Andolor Jugemhinterricht wunle von <lm Patriarchen überwacht 1;. Selbst aut’ das innen• sociale nml Verkehrslebeu üer (Temeimlen erstreckte sich ihr Einfluss, indem z. B. (in manchen (>rten) zuweilen die Marktaufsehrr opavop.o׳r) von ihnen ernannt wurden־). Sie bestimmten ferner für die Gemeinden Käst- und Bettage. besonders wenn sieh während der Regenzeit kein Regen einstellte '׳). 1 >io Patriarchen standen selbstverständlich bei ihren Glaubensgenossen in grossem Ansehen4), schon die Be- Zeichnung ג״ציא ,.Fürst“ lässt darauf schliessen; ■auch von den Römern ward ihre hohe Würde anerkannt, sie wurden durch den Ehrentitel illustres ausgezeichnet, und es war streng verboten, von ihnen beleidigend zu reden'׳). Von einigen wird überliefert, dass sie mit dem römischen Kaiserhause in Verkehr standen15). Das Patriarchat bestand bis zum Beginn des V. JahrhundertsT). Noch aus später Zeit wird uns berichtet, dass Patriarchen zur Verbreitung ihrer Wünsche Sendboten in alle jüdischen Gemeinden schickten. So schreibt Eusebius (264 — 340׳ im Commentar zu Jesaias I8t : Ve ei^eti za\ vov l&oc E'TTiv ,Ivjttaio'j; dv&jxa^eiv 70 ל c £vx’jzA1a ycau.׳j.a7:* ״x:a vwv ap^ov7(0v a07cov £rax.01j.i£01׳j.svg׳jc Dnd Hieronymus znm Brief an die Galater I, l Anfang, sagt: usque Imdie patriarebis Judaeos apostolos niitti8). Für die Patriarchen wurde von den jüdischen Gemeinden du reit Sendboten (a״d7׳T0A01) eine Steuer erhoben, נ) So wird erzählt, dass einst der Nass! K. Juda *י Amoräer in die jüdischen Städte Judäas schickte, mit der Aufgabe, überall für die Einsetzung geeigneter Lehrer zu sorgen; der. Chag. TU e (I, 7). 5) דבי נשיאה אוקימו אגידנןין B. Kathra 83 a: (Eehcr;אגדנמין— אגרדמי — ayopavopoi vgl. Perlos. Ethvmologisehe Studien, S 103). דבי נשיאה גדי תעניהא (ג Taanith 24 a; der liier und ober (vgl. vorige Note) vorkommende Ausdruck דבי נשיאה deutet darauf Jim. dass dem Pa־ triarchen auch ein grosserer Verwaltung*apparat zur Seife stand. 4) Ihr Stammbaum wird auf den König David zurückgeführt. 6) Cod. theod. XVI 8, 11 und 12. ״) Der Kaiser Julian nennt in einem Briefe den Patriarchen 'IcuÄo; (Hillel IT. (?) so Graetz IV, Note 34): xov aöeÄcpcv ’Iouasv tcv cdöestucoTaTov «aTpi^p/rv. Dieser Brief ist im Jahve 303 geschrieben, s. ,.Julia״! imperatoris epistulae“ No. 25, ed. Heyler 1828, S. 41 u. 273, Graetz, Note 23 u. 24. י) Darauf deuten die Worte ,.post exeessum patriarcharum* in einem Gesetze aus dem Jahre 423, Cod. theod. XVI 8 23. Kdunrd Gans, Gesetzgebung über die Juden in Rom. in Zunz’ .,Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums** S. 04 ft’, hin. *) Vgl. noch Epiphanias: Contra haereses A. Kap. 30, §§ 4 und 11 PEßwovaToi).