Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Replik an Herrn Professor Heinrich Ewald in Göttingen
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Replik an Hrn. Professor Heinrich Ewald in Göttingen. ^87 Replik an Herrn Professor Heinrich Ewald in Göttingen. Herr Professor Ewald fällt in seinen Jahrbüchern der biblischen Wissenschaft -Jahrgang 1851 —1852 mit wahrer Bersekerwnlh über meine Schrift ״Ueber den Einfluß der palästinischen Exegese auf die alexandrinische Hermeneutik" her. Ich will vorerst vom wissenschaftlichen Standpunkt aus diese Necenfion beleuchten, und hier ergibt sich daß Herr E. weder mit der Septuaginta vertrauet ist, noch die Literatur über sie kennt, noch meine Schrift — wie es einem ehrlichen Neeensenten ziemt — aufmerksam gelesen hat. Herr E. findet lächerlich, daß ich Genes. 5, 24 in!לקד und ואיננו oi% £vqC(Tx£to eine Hagada wahrnehme, und meint daß ersteres ziemlich treffend, letzteres kaum anders zu übersetzeil sei. Würde Herr E. ehe er Recensionen schreibt aufmerksam die LXX, lesen, so würde ihm nicht entgehen, daß für לקח hlaßs und seine Compofita die Uebersetzung fei, fieri&rjxs aber nie hierfür gefunden wird und wie Jedermann bekannt, auch..gar nicht dem לקח entspricht. Für ואיננו hatte Herr E. nur Ps. 39 (38) 14, auch Genes. 42, 36 befragen dürfen und er würde Auskunft gefunden haben. — Herr E. wirst mir ״Zeitschwindel" vor, weil ich annehme, jedes Buch des Pentateuchs sei von einem andern (Herr E. sagt ״späteren", welches keinen Sinn hat) Ueberfetzer, 11118 Deuteronom unter Ptolemäus Philopator übertragen worden. Würde Herr E. nur einigermaßen die Literatur über die LXX kennen, so wäre ihm nicht entgangen, daß dieser Punkt schon vor bald zweihundert Jahren von dem scharfsinnigen Hody augeregt und, daß Deuteron, von einem späteren Ueberfetzer übertragen worden sei, fast bis zur Evidenz erwiesen wurde. Freilich trat I. Voß gegen ihn in die Schranken, allein es ist bekannt mit welchem Erfolg. — Wenn Hr. E. von mir anführt ״der Grieche übersetze Genes. 18, 10 והוא ovm unrichtig", so hat er wie jeder Leser der betreffenden Stelle bei mir (S. 68) erkennt, oberflächlich gelesen: ich spreche dort nicht davon welche Leseart die richtige sei. Würde über- Haupt Herr E. gründlich zu Werke gehen, so hätte er, da ich mich haufig auf meine ״Vorstudien" beziehe und diese Schrift cils deren Fortsetzung angebe, diese Vorstudien vorerst berathen müssen. Es würde sich ihm dann ergeben haben, wie ich zu dem midraschischeü Moment in der Septuaginta schreite und wie ich es auffasse. Sein Geständnis; ״er habe die Vorstudien nicht gelesen" hebt seine Neeension von vorn herein auf. — Ueber das häufig mit dem Vorwurfe von ,,Oberflächlichkeit" begleitete Absprechende dieser Necenfion will ich mich nicht verbreiten: Herr E. führt keinen andern Grund für seine Behauptung an als Aus-