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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-12-01 · Heft 15 (Dezember 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 15 (Dezember 1852)
Article
Die absetzbaren Hohenpriester während des zweiten Tempels
Date
1852-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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S96 Wissenschaftliche Aufsätze. Revolution gegen die drei Mächte wandte, gegen die Römer, die ihm die Freiheit, gegen das herodianische Haus, das ihm die Ehre und gegen den Priesteradel, der ihm die Heiligkeit geraubt hat. Das Loos zum Hohenpriesterthum, das in der;)Revolutionszeit auf einen unbekannten Steinmetzen, Pinchas aus Chabta, fiel, war ein feierlicher Protest der Volksmoral gegen die doppelte Entwürdigung dieses heiligen Amtes durch Ehrgeiz und Geldbestechung. Das öfter erwähnte satyrische Fragment veranschaulicht meisterhaft mit wenigen Pinselstrichen die ganze Rnsittlichkeit der aristokratischen Hohenpriesterfamilien, namentlich der Hauser Boethos, Anan, Kantheras und Fabi. Aba Saul, der viele traditionelle, geschichtliche Anecdoten gesammelt hat, erzählt im Namen Josephs b. Chaniu, der sein Verdammungsurtheil über die Hohenpriester folgendermaßen ausgesprochen hat. ״Mich schmerzt das Haus Boethos mit seinen Keulen; mich schmerzt das Haus Anan mit seinen platten Einslüsterungen; mich schmerzt das Haus Kantheras mit seiner Seribelei; mich schmerzt das Haus Fabi mit seinen Fäusten. Diese Hohenpriester bestellen ihre Söhne zu Schatzmeistern, ihre Schwiegersöhne zu Tempelauffehern und ihre Sklaven Lraktiren das Volk mit Stockschlägen" 6). Wenn mau damit die süßlich sauren Klagen vergleicht, in die Josephus bei der Gelegenheit ausbricht, als das Volk diesen entarteten Hohenpriestersamilien das entweihte Priesterdiadem entriß, um es auf die reine Stirne eines unbekannten aber unverdorbenen Priesters zu drücken; so begreift mau nicht, ob in dieser Klage mehr Verblendung oder mehr Unverschämtheit liegt. — Aber je mehr das Priesterthum sank, desto höher stieg der Einfluß des lehrthätigen Synhedrin. Die Bundeslade wunderte aus dem verunreinigten Heiligthum und flüchtete sich in die vier Ellen der Halacha. Von den zwei Cherubin, die zur Hut des Gesetzes bestellt waren, das Priesterthum und das Lehrerthum, hatte sich der eine Cherub zu sehr in das Gold und den Glanz vergafft und gebrauchte die schützenden Fettige als Faust, dem Gesetze und Volke damit ins Gesicht zu schlagen. Desto treuer erfüllte der andere Cherub seine Aufgabe, die wieder in die Wüstenwanderung gerathene Bundeslade zu schützen und zu überwachen. Die Geschichte der über 18 hundertjährigen Diaspora ist im Grunde weiter nichts, als die Geschichte des einzig übriggebliebenm Cherub, wie er seiner Schwungkraft nach und nach beraubt, an allen Gliedern gelähmt, den ganzen Leib mit Wunden bedeckt, dennoch nicht einen Augenblick aufhört mit halb entschwundenen Kräften das Gesetz zu schirmen. Dr. H. Grätz. 6) עליהם ועל כיוצא בהם אמר אבא שאול בן בטנית משום אבא יוסף בן הנין . אני לי מבית ביתום אני לי מאלתן אוי לי סבית הנין אוי לי מלחי — שחן אוי לי מבית קתרוס אוי לי מקולמסן אוי -לי מבית פאבי (כצ״ל) אוי לי מאגרופן וכד. (Pi st re Psachim und auch die Tosista Menachot X1IL die manche Varianten hat. Die Neihesolge scheint in diesem Fragment verschoben zu sein, namentlich dasjenige, was vom Hause Fabi gesagt ist, scheint sich auf daSHausAnan zu beziehen. Hrn.Landau's Erklärung von אגרופן (vgl. oben S.171) ״dieAggrippiner", stört sehr den schönen Parallelismus dieses Fragments.

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