Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Galerie jüdischer Reisebeschreiber. 571 nach Norden, wo er Gusch-Chaleb als bedeutende Gemeinde nennt: und schließt wie B. mit Balneas oder Pan cas, indessen Nähe der Jordan in einer Höhle seinen Ursprung hat. Wir verlassen nun Palästina mit dem Schwülen und Drückenden das auf ihm in der Zeit B."s liegt, und wenden uns vorerst nach den östlichen bis an den Euphrat und Tigris sich hinstrcckenden Gegenden. Hier allenthalben die Herrschaft des Halbmondes, den der Kalife Omar al Kattab in der ersten Hälfte des siebenten Jahr- Hunderts in Syrien durch seine Feldhcrrn aufgepflanzt. Omar, durch seine Festigkeit und strengen Sinn der eigentliche Begründer des Reichs des Islams^), war von brennendem Eifer für Mahomeds Lehre erfüllt, die er in ihrer ganzen Consequenz durchzuführen suchte und ihr Geltung gegen Andcrsglaubende verschaffen wollte. Der Mahomedanismus hat zwar nicht Vertilgung des Nichtglaubendcu: er fordert von diesem nur Unterwerfung, Tribut; aber er flehet ihn für ausgestoßeu, verworfen an, gegen den zu eigener Wahrung Strenge und Härte zu üben sei. Omar vertrieb die jüdischen Stämme, denen Mahvmed selbst de» Aufenthalt in Arabien gestattet hatte s); und als er Jerusalem eroberte, erbauet« er an der Stelle dcS Tempels eine Moschee (vgl. oben S. 539) mit dem Ausrufe: ״So ist das Jndenthum gedemüthigt!" Was hatte nun der Jude von solchen Herrschern zu erwarten, und schien ihm nicht von dem sich ausbreitenden Islam völlige Erdrückung zu drohen! Doch gerade in den Ländern, wo der Koran zuerst seine Paniere ausgebreitet, sahen sich die Juden geborgen. Die Harfen, die einst ihre Vorfahren an den Trauerweiden der Ströme Babels aufgehangen und denen sie keinen Freudenton entlocken konnten (Ps. 137), waren schon seit geraumer Zeit wieder erklungen und tönten au des Euphrats und Tigris Ufern wieder, wo Academier entstanden, in denen die Glaubenswissenschaft mit tiefster Wärme und eifervollster Liebe Muselmanen (Kreuzzüge) siel zu Nama cm jüdisches Mädchen von großer Schönheit in die Gewalt eines jungen christlichen Ritters. Als sie seinen An-- forderungen nicht Gehör gab zog er das Schwert mit der Drohung, sie zu tödten: die Jungfrau reichte muthig ihr Haupt hin. Da wurde der junge Ritter gerührt, warf sich ihr zu Füßen und führte sie selbst zu ihren Verwandten zurück. Er ging hieraus aus Liebe zu dem Mädchen zum Judenthume über, und wurde dessen warmer Vertreter. 4) Vgl. Hammer-Purgstall Gemäldesaat moslimischer Herrscher Th. 1. S. 295. 5) Hammer a. a. O. S. 163.