Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 15 (Dezember 1852)
- Article
- Galerie jüdischer Reisebeschreiber
- Date
- 1852-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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564 Galerie jüdischer Reiftbeschreiver. ebenfalls von diesem Denkmal und daß es aus eils Steinen erbauet sei, weil, fügt er hinzu, Jakobs Sohn Benjamin erst als Rachel starb, geboren wurde. Dieses erklärt auch die Angabe B?s: ״es sei aus eilf Steinen nach Anzahl der Söhne Jakobs." — Man findet noch gegenwärtig an dieser Stelle eine kleine niedrige viereckige Kapelle mit einer etwas spitzigen Kuppel: dieses Monuinent scheint jedoch erst etwa im 10 —11. Jahrh. erbauet worde» zu sein * * 3). Auch befindet sich nicht unter demselben das Grab Rachels. Als man vor ungefähr fünf und zwanzig Jahren, erzählt Schwarz (S. 81), am Fuße des Denkmals grub, um es auSznbesfern, fand man dasselbe nicht über der Höhle, in welcher das Grab Rachels sich befindet, sondern man gewahrte in einer kleinen Entfernung eine außerordentlich tiefe Höhle, deren Richtung und Mündüng nicht direct unterhalb des Denkmals ist, so daß dasselbe nicht ganz gerade oberhalb der Höhle zu stehen scheint. — M. Montefiore ließ im I. 1841 das Denkmal mit einer Vorhalle und Kuppel versehen, und es bildet nun ein schönes Gebäude. Hinsichtlich der Lage Chcbrons stimmt Parchi (a. a. O.) ganz mit B. überein, daß das alte Chebron auf dem Berge gelegen: ״man nennt diesen Chabra, fügt Parchi hinzu. Die neue Stadt ist um die Höhle gebauet und sie wird al Chalil, die Geliebte, genciirat4״). Wenn ferner B. sagt, daß die Kirche über der Höhle unter den Mahomedanern eine Synagoge war, so setzt Parchi (das.) das Alter dieses Gebäudes sehr hoch hinaus, und daß es nach einer Tradition von Salomo» sei erbauet worden. Der Tradition liegt das von neueren Reisenden bestätigte Factum zu Grunde, daß das Aussehen dieses Gebäudes und seine Architectur auf eine noch frühere Zeit als die des Josephus zurückführe. Dieser Schriftsteller selbst erzählt, daß die Gräber der Patriarchen, aus Marmor gebauet und von zierlicher Arbeit, noch in seinen Tagen zu Chebron zu sehen waren5). — Ueber die Höhle und die Gräber erzählt auch Petachia (S. 64), der auf fünfzehn Stufen in die Höhle Hinabstieg und in deren Mitte eine mit eisernen Stäben belegte Thüre (Gitterthüre) fand, die zu den Gräbern der Patriarchen führte. — Auch ungefähr gibt es auch Parchi au, Benj. also in seiner Angabe ״eine halbe 2DUt" ungenau: es scheint jedoch, daß er (wie es auch an anderen Stellen zu ersehen) unter Mil das millarium seiner Zeit verstand.' Raumer gedenkt nicht dieses Denkmals. 3) Vergl. Robinson Palästina LH. 1. S. 363. 4) Vgl. hierzu Robinson Th. 2. S. 735. 5) Vergl. Robinson a. a. O. S. 710.