Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 14 (November 1852)
- Article
- Die Söhne Bethera
- Date
- 1852-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wissenschaftliche Aufsätze. 561 den Namen gegeben, ist deshalb unwahrscheinlich, weil ein ganzes Menschenaller zwischen der Einnahme Jerusalems durch Herodes und der Gründung von Bethyra lag, und die Synedrialmitglieder in der Regel doch nicht junge Männer waren. Es mußten also diese Bene Bethera in hohem Alter (30 Jahre nach ihrem Eintritte in'S Synedrium) sich an der Gründung einer sehr gefährlich gelegenen Festung betheiligt haben, was nicht wahrscheinlich ist. Hierdurch fällt natürlich auch die ganze übrige Combination des Herrn 01׳. Grätz. Pollion, der zur Uebergabe Jerusalems an Herodes geralhen, ist wahrscheinlich Hillel, der damals schon Synedrialpräfldent gewesen. Denn Pollion und Sameas treten hier am Anfang der Regierung des Herodes als Freunde desselben auf, wie später es wieder Pollio und Sameas sind, denen zu Liebe Herodes den Pharisäern den Eid uachläßt. Dieß stimmt auch mit der Angabe des Talmud, daß Hillel 40 Jahre SynedrialpräsidenL gewesen, und wenn auch zuerst Menachem neben Hillel Abbetdin gewesen, so konnte Schammai deshalb doch Mitglied des Synedriums sein-). Die Stelle Joma 71 b. läßt sich viel leichter aus Hyrkau IL beziehen, der nach den in der Hauptfache übereinstimmenden Berichten des Talmud (Lola 40 h.) und des Josephus (4uLi({. XiV. 2) gegen den Vertrag und trotz des für die zu liefernden Opferthiere erhaltenen Geldes jene )licht lieferte. Die Bene Bethera scheinen denmach v o r der Negierung des Herodes fungirt zu haben, also etwa 50 oder 48 — 40 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Wer aber die Bene Bethera gewesen, das zu bestimmen, bedürfen wir genauerer Nachrichten als der Talmud uns über dieselben giebt.. Heidelberg. D1\ Für st, Nabbiuatskandidat. 2) Ich will eine Schwierigkeit nicht verschweigen, die bei der Annahme, daß Herodes und Menachem im I. 37 schon fungirt, sich erhebt, nämlich die: warum wohl Menachem, den wir später als Freund des Herodes finden, und der schon früher ihm das Gelangen zur Königswürde soll voraus verkündigt haben, nicht zur Uebergabe der Stadt an Herodes gerathen, oder wenn er es gethan, warum Josephus es nicht erwähnt hat, welches er beiläufig so gut und mit mehr Grund hätte erwähnen können, als jene Vorausverkündigung. Es läßt sich wohl nicht daraus erklären, das; er als Essäer weniger Ansehen beim Volke genessen; denn dagegen spricht schon das, das; a, neben Hillel Abbetdin war, woraus auch hervorgeht, daß die Essäer nicht in feindlichem Gegensätze gegen die Pharisäer standen. Die dogmatischen Lebren der Essäer, sowie ihre Beobachtungen der Ceremonialgesetze, auch der nicht biblischen, wie sie Josephus berichtet, stimmen ganz mit den Dogmen. und den Lehren der Pharisäer überein. Nur beflissen fie sich mehr der Aseetik, so daß sie dadurch wohl eher an Ansehen beim Volke steigen mußten. Wie der Herr Nedacteur dieser Zeitschrift iAprilheft S. 251) ebenfalls vermuthet, genossen sie auch bei den Pharisäern und namentlich bei den späteren Rabbinern großes Ansehen, von welchen sie als ״die früheren Frommen" bezeichnet werden.