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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-10-01 · Heft 13 (Oktober 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 13 (Oktober 1852)
Article
Die Wissenschaft, das einzige Regenerationsmittel des Judenthums
Date
1852-10-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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484 Die Wissenschaft, das einzige Rcgcncrationömittel re. Zeit zu betrachten hat, so könnte uns doch alles dieses nicht mit Furcht für die Zukunft erfüllen. Aber Schrecken erregend ist der hohe Grad von Unwissenheit, der in unserer Zeit unter den Juden über die Geschichte unseres Volkes, über die Wahrheiten unserer Religion, über die geschichtliche und literarische Entwickelung derselben, über die Heroen unserer viel umfassenden Literatur herrscht; Schrecken erregend die Unknnde der heiligen Sprache, in welcher die Monnmentc unserer Religion und Geschichte niedergelegt sind, ja die Unkunde des Inhaltes der heiligen Bücher selbst, die sich in so grossen Kreisen vorstndct. — Woher soll Begeisterung auch für die heiligste, erhabenste Idee kommen, wein! sie »»gekannt, ungeahnt, in dichte Schleier verhüllt, mit sieben Siegeln verschlossen ist? Und wie kann ohne Begeisterung für die Idee auch nur die äußere Form bestehen, bestehe» in Zeiten so vielfacher Prüfungen? Doppelt gefährlich ist diese Unwissenheit bei der großen Zahl Derer, die ihren Geist im Denken geübt, mit allgemeiner Bildung angebauet, mit vielen Kenntnissen bereichert haben, und gerade in dem ihnen zunächst stehenden Gebiete sich das Privilegium der Unwissenheit gestatten, ohne Scheu sich das testimonium pauperlatis ausstellen und fremde lieblose Urtheile nachzubeten sich nicht schämen. Diese bürden dann, von Böswilligen unterstützt, ihre Umrissenschaftlichkcit der Sache auf und geben die leichtgläubig anfgenommenen Hirngespinnste Anderer für Wahrheit ans, benennen das Unwesentliche, ja die Auswüchse, mit dem Namen Jndcnthnm, um dann desto leichter ihre Abneigung, mindestens Gleichgültigkeit gegen dasselbe zu rechtfertigen. Hier sitzt das Ucbel! — Niemand wird sich zu einem Glauben zu bekennen Scheu empfinden, wenn dieser auf seiner innersten Uebcrzengung beruhend, ein Thcil seiner selbst geworden ist; Niemand wird nachäsfcn und das Fremde auf Unkosten seines EigentbnmS überschätzen, wenn er den Werth seines Eigenthums, das ihm seine Vorfahren mit den thcucrsten Opfern, mit ihrem Herzblnte, erkämpft und vererbt haben, einsieht; Jeder wird gern seine individuelle Ansicht, wo er im Einzelnen eine von der herkömmlichen verschiedene hat, anfgeben, um im Ganzen mit der Gesammtheit einer grossen Idee zu leben, wenn er nur die große Idee erfasst hat. Dazu aber gehört Erkeuntniß, und der Mangel derselben ist die Wurzel alles Uebels. Ohne Erkeuntniß keine Ueberzcngnng; ohne Uebcrzengung keine Begeisterung, und ohne diese kein fester Halt, kein Charakter! Ja ohne ans Erkeuntniß bcruhende, durchdringende llebcrzeugnng von der Vortrefflichkeit der jüdischen Lehre und Weisheit, von der Ehrwürdigkeit der jüdischen

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