Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension] / Berlinger
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2830031-2830038--55622-2841612- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
426 Besprechungen hof nicht identisch sei mit dem großen Beth-Din der Quaderkammer mit seinen ganz anders gelagerten Aufgaben. Das Kapitel, das Zusammensetzung, Berufung und Aufgaben des großen Beth-Din behandelt, bringt nichts wesentlich Neues; erwünscht wäre eine vollständige Aufzählung und Behandlung der Aufgaben und Obliegenheiten dieser Körperschaft g'ewesen, wie sie z. B. Büchler gibt. In der Frage des Vorsitzenden des Beth-Din ist Z. weniger präzise als Büchler, der auch rückblickend aus der Akademieverfassung den Naassi als ersten, den Av-Beth-Din als zweiten Vorsitzenden annimmt. Z. hält diese Titel für recht spät; er meint: ״wahrscheinlich ist der Vorsitzende einfach ראש ביח דין genannt worden'1 (S. 103). Ein Irrtum des Vf.s ist es, daß die Bne Bethera Vorsitzende des Synhedrions gewesen sind. Halevy hat bewiesen (in Doroth Horischonim, I c S. 53, 88), daß es damals ein Synhedrion im eigentlichen Sinne nicht gab; die Bn. B. hatten also nur eine provisorische Führung der Geschäfte. Gut wird sodann die gradlinige Entwicklung zur Akademie von Jawne gezeigt; doch kann die Akademie wohl schwerlich noch als vollwertige Form jüdischer Selbstverwaltung gewertet werden, fehlt doch hier die politische Aktionsfähigkeit und Verbindung gegenüber den nichtjüdischen Mächten. Vf. irrt, wenn er meint, daß die Akademie der Boden für die Bildung widerstreitender Schulen gewesen ist; vielmehr ist sie der historische Ort der Einigung der großen Schulen Hillels und Schamais. Das Patriarchat, aus der Akademie erwachsend, wird im Laufe der Zeit zu einer vollwertigen, ״ja der einzigen von allen Juden anerkannten und von Rom bestätigten Zentrale des jüdischen Volkes" (S. 172). Von der י0ט£$0) רשות'«, potestas), die Gamliel II. bekommt, bis zur Ehrenpräfektur des Patriarchen zu Beginn des 5. Jahrhunderts führt eine gradlinige Aufwärtsentwicklung dieses׳ Amtes. Das Kapitel ״Die Ältesten" hinkt etwas nach, zumal das Wesentliche und Beste darüber bereits im ganzen Werke implicite gesagt wurde. Alles in allem: die Arbeit Z.s ist in ihrer Gründlichkeit und in der Beherrschung und Auswertung des großen Materials von Einzeluntersuchungen und Quellen als eine die jüdische wissenschaftliche Literatur durchaus bereichernde Leistung zu beurteilen, und׳ man darf hoffen, daß diese ״Studien" bald einem größeren Werke über jüdische Verwaltung in weiterem zeitlichen und räumlichen Rahmen sich einfügen mögen. Berlinger. A Rabbinic Anthology, selected and arranged with comments and introductions, by C. G. Montefiore and H. Loewe, London, Macmillan and Co. 1938, 853 S., 18 £. Diese Auswahl, mindestens ebenso sehr für Nichtjuden wie für Juden bestimmt, bringt in erster Linie solche Proben, welche auch den neuzeit« liehen Leser unmittelbar angehen; sie beschränkt sich daher auf das religiöse und das ethische Gebiet und läßt rein Juristisches und Rituelles beiseite. Die Proben sind nach folgenden Gesichtspunkten geordnet:!.Wesen