Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die runden und hyperbolischen Zahlen in der Agada
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 16)
- Language
- German
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376 Edmund Stein somit 64 Millionen Kinder gezählt. Vor allem aber wird die runde und die hyperbolische Zahl am Typischen erkannt, an der gleichförmigen Wiederholung, so wenn wiederholt 400 Zuz als Preis und 400 Parasangen als Entfernung genannt werden und von einer 40- oder 400-maligen Wiederholung des Gelernten die Rede ist, oder die Größe eines Gegenstandes mit 13, 40, 400 Kamel- oder 300 Maultierlasten bemessen oder von den 13 Fasttagen des Acha, den 24 von den Männern der großen Versammlung oder den 300 und 900 des Zeira und den 40 Jahren, die Zadok im Fasten verbrachte, gesprochen wird. So lehrt uns die hyperbolische Zahl nicht nur die volkstümliche Sprache und den Geist der Agada verstehen, sondern auch das Sagenhafte in ihr von dem Historischen scheiden. Erzählungen, wie daß Simon b. Jochai 13 Jahre in einer Höhle weilte, Zadok 40 Jahre fastete, Israel in 24 Parteien sich spaltete, Palästina 400 Parasangen in Quadrat nach der Veröffentlichung des Targum erbebte, Akiba mit 12- oder 24 000 Schiilern heimkehrte oder die Berichte von den 1000 Schiffen und Städten des Eleasar b. Charsum und 80 000 Myriaden Gefallenen von Betar gehören schon wegen ihrer hyperbolischen Zahl ins Reich der Legende. Gute Hoffnung. Von Edmund Stein. In den Briefen des Paulus werden drei christliche Kardinaltugenden festgelegt: Glaube, Liebe, Hoffnung. Die Hoffnung entspringt dem Glauben (Röm 1513). Die Christen unterscheiden sich von den Heiden darin, daß sie von der Hoffnung beseelt sind, während die Heiden aller Hoffnung im Leben beraubt sind (Ephes 212). Den Ursprung dieser Ansicht des Apostels über die Bedeutung der Hoffnung sucht Franz Novotny, Eos XXXIII (1930—31), 351 ff., klarzulegen. In der antiken Literatur müssen nach ihm zwei Formen der Hoffnung unterschieden werden: eine r i 111 a 1 i s t i s c 11 - s a k r a 1 e und eine rein ethische. Erstere hat ihre Quelle insbesondere in den eleusinischen Mysterien, nach deren Glauben nur die Eingeweihten selig (oXßioc) zu nennen sind. (Pindar, Sophokles