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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 6 · p. Seite 375

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 6
Article
Die runden und hyperbolischen Zahlen in der Agada
Date
1938-01-01
Page
Seite 375 (sequence 15)
Language
German
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Die runden und hyperbolischen Zahlen in der Agada 375 Zuz 100 Gänse und 100 Seah Weizen kaufen, aber keiner wollte sie haben. Ein Schüler Rabbis konnte auf 100 Arten die Reinheit oder die Unreinheit eines Reptils beweisen37. Die Zahl 1000 muß ebenso an folgenden Stellen der Agada als hyperbolisch hillgestellt werden: Der König Manasse verfertigte ein Götzenbild, eine Last für 1000 Menschen. Im Tempel gab es eine Magrefa, eine Art Orgel, aus der 1000 Tonarten hervorkamen. Simon b. Gamaliel erzählte: 1000 Jünglinge waren im Hause meines Vaters, 500 lernten Tora und 500 griechische Weisheit. Eleasar b. Charsum hinterließ der Vater 1000 Städte auf dem Lande und 1000 Schiffe auf dem Meere. Es ereignete sich bei einem gewissen Artaban, daß er am oberen Marktplatze von Sepphoris die Mesusot prüfte. Da traf ihn ein Aufseher und nahm von ihm 1000 Zuz38. 10. In einzelnen Aussprüchen und Erzählungen der Agada ist die hyperbolische Zahl nur eine typische sprachliche Be- Zeichnung f ür eine Vielheit, in anderen jedoch enthält sie eine Übertreibung des Geschehenen, wie sie in der Legende üblich ist. Die drei charakteristischen Merkmale der Legende sind, daß sie dem Historischen widerspricht, das Große vergrößert und übertreibt und das Erzählte gleichförmig wiederholt. Das Gleiche gilt von der hyperbolischen Zahl. Nach Josephus sprangen zwei Priester in die Flammen des untergehenden Heiligtums, nach der Agada dagegen waren es Scharen von jungen Priestern, die in den Flammen den Tod fanden39. Nach Dio Cassius sollen im hadrianischen Kriege 580 000 Juden gefallen sein40. Die Agada jedoch berichtet, die Stimme Hadrians habe in Betar 80 000 Myriaden getötet. Oder die Agada übertreibt, wenn sie erzählt, es habe in Betar 400 Gotteshäuser gegeben, in jedem seien 400 Lehrer gewesen und jeder von ihnen habe 400 Kinder unterrichtet. Die Stadt Betar hätte 37 Sanh. 7a, Pes. 113a, Sota 48a, j. Sanh. 22a. 38 Manasse Sanh. 103b, Magrefa Arach. 11b, Simon b. Gamaliel Bk. 83a, Eleasar b. Charsum Joma 35b vgl. Levy s. v. חרסובז, wo es aber statt Joma 38b heißen muß 35״b“, Artaban Joma 11a. 30 Jos. b. j. 6, 5, 1, Taan. 29a. 40 Dio Cassius 69, 14.

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