Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur hebräischen Poesie des Mittelalters
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 18)
- Language
- German
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Zur hebräischen Poesie des Mittelalters 323 Dichtungen auch umstritten ist. Ebenso der neu entdeckte Diwan eines etwa um 1500 in Saloniki geborenen David Onqueira, der mit Israel Nagara in Verbindung stand und durch Joseph Patai einen verständnisvollen Herausgeber fand46. Nachtrag. 1. Zu S. 317. Das in Anmerkung24 ־a genannte Werk faßt in der Ein« leitung den Inhalt der vorher besprochenen Forschungen, soweit er sich auf die Bedeutung und die Dichterpersönlichkeit Jannais bezieht, kurz zu« sammen. Im Hauptteil werden die erhaltenen Texte der Dichtungen in folgenden Abteilungen gebracht: I. Kerobot zu dien Wochenabschnitten nach dem dreijährigen Zyklus (S. 1—258 und 397—400), II. Kerobot für die Feste und andere ausgezeichnete Tage (— S. 353), DI. Dichtungen, die nicht mit voller Sicherheit Jannai zugeschrieben werden können (— S. 396,) IV. An« hänge (S3—401 .־). Die Erhaltung der Poesien verdanken wir lediglich dem Zufall; daher ist sie für die verschiedenen Teile völlig ungleichmäßig; z. B. gibt es für die Anfänge der Bücher Bereschit und Wajikra und für Dewarim überhaupt sehr wenig Material, für Bemidbar, das im allgemeinen reichlich bedacht ist (S. 177—229), fehlen alle Dichtungen für Kap. 8—15. Von den Feiertagen sind Pessach (S. 261—282) und Jom Kippur (S. 321—342) nicht schlecht vertreten. — Die Grundsätze der Anordnung und der Edition sind S. 434 mitgeteilt. Die Texte sind alle vokalisiert (nach welchen Regeln wird S. 437 f. auseinandergesetzt), nach Zulays Einteilung der Keduschta nume« riert, in bezug auf Strophik und Akrostichon kenntlich gemacht. Unter den Registern ist ein solches der Bibelstellen und der abweichend zitierten Bibel« stellen (S. 419—424) hervorzuheben. Für die höchst wertvolle Ausgabe, die auch in der Form sehr ansprechend wirkt, können wir nur dankbar sein. Jetzt freilich wird die wissenschaftliche Forschung erst die neuen Probleme studieren müssen: die Eigenart des sprachlichen Ausdrucks — sehr zu be« achten sind die aramäischen Einschaltungen zu Bereschit 321 —, der Quellen« benutzung, des Aufbaus und der ausgebildeten Tradition, der wir bereits bei Jannai begegnen. 2. Zu S. 321, Anm. 38. Sämtliche Dichtungen Hais liegen jetzt in einer Ausgabe von J. Werfel' vor47. Er beginnt mit dem Sittengedicht, das er unter dem Titel שידי מוסד השכל druckt, schließt mit den beiden Versifizierungen des Rechts שערי דיני ממונות (S. 58 ff.) und שערי שבועות (S. 72 ff.) und bringt' dazwischen (§ 22—23) sämtliche liturgischen Poesien — im Anschluß an Brody, den er ständig zitiert. Alle Gedichte sind vokalisiert (eine An« merkung, S. 88, gibt die Begründung für die Vokalsetzung), kurze Anmer« kungen begleiten und erläutern den Text. Bei jedem Gedicht wird die Quelle bzw. die bisherige Druckstelle angegeben, bei einigen finden sich beachtliche Ergänzungen zu Davidsons Thesaurus. 46 Im Kobez Al Jad der Mekize Nirdamim, II (XII), Jerusalem 1937, S. 75—119. 47 צחק ורפל: שיריו ופיוטיו של רב האי גאון עם מבוא והערות (מהקובץ ״רב האי גאון- הנערך ע״י הרב י׳ ל'.הכהן פישמן) ירושלים תרצ״ח* 21*