Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das religiöse Problem in der personalistischen Philosophie
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 7)
- Language
- German
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Das religiöse Problem in der personalistischen Philosophie 295 soluter Person wird zum stärksten Erlebnis in der Liebe zu Gott, im ״amor dei intellectualis“, mit dem Spinoza am Schlüsse seines Systems (vielleicht unbewußt) die Umkehr zum persönlich verstandenen Gott vollzieht. Wird Gott so erlebt durch Lieben, Verstehen und Hei׳־ ligen, daß wir in ihm all das als ewig sich verwirklichend und vollendend erfassen, was in uns als ewige nie ganz zu lösende Aufgabe ruht, so wird dies Erlebnis zur erziehenden, versittlichenden Macht in unserem Dasein: ״Gestalte Dein Leben so, daß Dein Verhalten zu geheiligten Werten in deine eigene Selbstwert-Erfüllung aufgenommen werde6‘. Damit ist alle Sittlichkeit metaphysisch begründet und mit der Heiligung, mit dem Religiösen innigst verschmolzen. Man wird unschwer hier die tief-innerste Beziehung 7,ur jüdischen Religions- und Weltanschauung erkennen. Aus dieser Quellströmung ist letzten Endes William Sterns philosophisches System zu erklären. In einem sinnvollen Kosmos erhält so der Mensch Sinn und Bedeutung. Im Erkennen und Schauen, im Lieben und Heiligen, im Handeln und Schaffen hat er sich selbst zu verwirklichen, seinen Selbstwert durch Aufnehmen anderer Werte zu erhöhen und so durch seine gesamte Lebensgestaltung die Einheit seiner Persönlichkeit zu bewähren — eine tiefe religionsphilosophische Erkenntnis, die gerade unserer Generation Mut und Zuversicht zu geben vermag. Bedeutungskundliche und bibelexegetische Bemerkungen. Von Max Katten, Die Tatsache einer Raubehe als einer vorhistorischen Form der Eheschließung, bei der es mit Gewalt zuging und Bewaffnete in Erscheinung traten, ist heute unbestritten. Sie ist ebensosehr aus der Volkskunde wie vom Literarischen und Sprachlichen her zu erschließen. Bei den Hochzeitsfeierlichkeiten vieler Völker erscheinen die Brautführer in Waffen