Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 287 baren hebr. und arab. Quellen berücksichtigt, sondern auch die Byzantiner in weitgehendem Maße heranzieht, und er hat gegen manchen jüdischen Mitforscher, mich eingeschlossen, den Vorteil, auch die slavische Literatur lesen und benützen zu können. Gegen Kokovcov hält er, und das umsomehr, auch an der Echtheit des neuen Chazarenbriefes fest, der von S. Schechter im Jahre 1911 an Cambridge gefunden wurde (Geniza-Text). Auf dem Wege, den er beschritt, war noch manche wichtige Frage zu erledigen, und man kann sagen, daß alles mit Geschick und Bedacht gemacht worden ist. Mit Recht behauptet L., daß manche Punkte in Hasdais Briefe auf Eldads Berichte zurückzuführen, seien (S. 17), aber nicht alle Stellen, die er in beiden miteinander vergleicht, sind hierfür überzeugend. Für eine bessere Würdigung des Eldäd wäre jetzt auch mein Artikel in Tarbiz VIII anzuführen gewesen. Auch von anderen Veröffentlichungen von mir, die stark zur Sache gehören, scheint L. entweder keine Kenntnis gehabt oder keine Notiz genommen zu haben. So vom Kapitel ״Zur Gesch. der Ch.“ in meinen ״Studien z. byz.-j. Gesch." (Wien 1914), wo der ״neue“ Chazarenbrief textlich und sachlich erklärt wird; ferner von ״Un nouveau texte pour Thistoire judeoby zantine“ (REJ 87, 1929; dasselbe auch deutsch in Byz.- neugr. Jahrbücher 1928/29), wo der von L. Ginzberg (L. Anm. 82 schreibt ״Ganzburg“) herausgegebene Text einer Daniel-Apokalypse eingehend behandelt wird. In der Beurteilung des von J. Mann (Texts and Studies I, 21—23) heraus gegebenen Textes nimmt L. (S. 22) gegen mich Stellung und gibt Mann recht, der ihn ״mit großem Scharfsinn als Bruchstück zweier Briefe von Hasdai ibn Saprut an den Hof von Byzanz bestimmt hat“. L. be« schäftigt sich nun eingehend mit diesem Texte; für die Tatsache jedoch, daß in der vorletzten Zeile dieses Textes die Worte הבזר fHK ״Chaz-arenland“ Vorkommen, eine Tatsache, die L. mit gesperrten Worten hervorhebt (S. 27), hat er ebensowenig wie Mann eine Erklärung und versucht gar nicht eine zu geben. Nur darin weicht er von Mann ab, daß der erste Brief nicht an Konstantins Gattin Helena, sondern an dessen Tochter Agathe gerichtet ist. Mit dieser ״Prinzessin“ Agathe wird nun des ferneren sehr gerechnet, merkwürdig genug; denn so eine Prinzessin, die nach allem unverheiratet am byzantinischen Hofe gelebt hat, mag nach dem Leben an diesem Hofe ein Mädchen von 14—16 Jahren gewesen sein, und an diese soll sich Hasdai von Cordoba aus in einer wichtigen Staatsangelegenheit gewendet habenl Warum das übrigens Hasdai in einem schwerfälligen Pijjut getan haben soll, bleibt mir nach wie vor unverständlich, so daß ich schon deshalb bei meiner Meinung (s. HUCA X, 265—274), daß der Brief an die Mutter des jüdischen Chazarenkönigs Joseph gerichtet worden sei, bleiben muß. L. (Anm. 65 g. E.) spricht über diesen Punkt mit der schwächlichen Auskunft, ״daß die sprachenkundige Frau vielleicht imstande gewesen sein könnte, die hebräische Stilkunst eines Menahem b. Saruk selbst zu würdigen“. Auf S. 31 ff. bemüht sich L. für Josippon ein Alter zu vindizieren, das dessen Benützung durch den Verfasser des ״neuen“ Chazarenbriefs nicht ausschließt; er läßt das Buch spätestens in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstanden sein; ja er zitiert die .Meinung Malters, daß bereits