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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 4 · p. Seite 284

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 284 (sequence 1)
Language
German
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284 Besprechungen Besprechungen. Robert Gordis: The Biblical Text in fche making. A study of tht Kethib-Qere. A thesis . . . Philadelphia, Dropsie College, 1937. 219 S. Obgleich ausschließlich dem im Untertitel genannten Gegenstand gewidmet, trägt das Buch doch auch den Obertitel zu Recht, da es uns tief in die Ent« widklungsgeschichte des maöoretischen Textes hineinführt. Auf Grund sorg« faltigster Sichtung des Materials gelangt der Verfasser zu folgenden Ergeb« nissen: 1. Es sind zwei große, ihrem Charakter nach verschiedene Haupt« gruppen von K(ethib)«Q(ere)«Divergenzen zu unterscheiden. 2. In der ersten ist in Übereinstimmung mit dem Wortsinn der Termini das K der über« lieferte Konsonantentext, das Q eine Leseanweisung, die teils durch die Ehr« furcht vor dem göttlichen Namen, teils durch Rücksichten der Dezenz ver« anlaßt war, nicht zum wenigsten aber auch durch die Notwendigkeit, vor Erfindung der Vokalzeichen den Lautwert eines seinen Konsonanten nach an sich mehrdeutigen Wortes sicherzustellen. 3. Diese KQ«Gruppe befand sich schon in dem Archetypus, auf den nach Ansicht des Verfassers die gesamte Überlieferung des hebräischen Textes zurückgeht und den er etwa in das erste nachchristliche Jahrhundert setzt. 4. Die zweite, von Gordis als jünger bezei’chnete Hauptgruppe umfaßt hingegen KQ«Divergenzen, die nichts anderes als Text Varianten sind, wie sie sich den Masoreten aus einer Vergleichung des Archetypus mit anderen Handschriften desselben Zeit« alters ergeben haben. Wir stimmen dem Verf. im wesentlichen bei; als besonders wertvoll erscheint uns die scharfe Trennung zwischen den beiden Hauptgruppen und der Nachweis ihres hohen Alters. Wir möchten da sogar noch einen Schritt weiter gehen als Gordis selbst; denn wir sind nicht unbedingt davon überzeugt, daß die zweite Hauptgruppe im ganzen jünger ist als die erste. Ab« solut genommen ist jedenfalls auch die zweite sehr alt; entscheidend dafür ist, daß — wie sich aus den dankenswerten Tabellen des Verf. ergibt — oft an derselben Stelle das K durch einen Teil der alten Übersetzungen und das Q. durch einen anderen gestützt wird. Dennoch glauben wir nicht, daß die soeben unter Nr. 4 vermerkte Deutung des textgeschichtlichen Herganges ernstlich allen erklärungsbedürftigen Erscheinungen! gerecht wird. Vielleicht darf man sich die Dinge eher so vorstellen, daß es nicht nur einen, sondern mehrere Musterkodizes gegeben hat, die untereinander in engstem Verwandtschaftsverhältnis standen und miteinander mehrfach kollationiert wurden. Soweit es sich dabei um die Kollation einer Hand« Schrift mit der eigenen Vorlage handelte, tragen die bei dieser Gelegenheit an den Rand gesetzten Varianten den Charakter von Korrekturen; in anderen Fällen hatte — so meinen wir — die Beifügung nur den Sinn, neben der im Text gebotenen Lesart eine andere, ihrer äußeren Autorität nach gleichwertige gewissermaßen zur Auswahl zu stellen. Daß schließlich alles in die KQ«Form umgegossen wurde, ist nicht erstaunlich, zumal ja vor allem die erste Hauptgruppe in diese Richtung wies. Die Frage nach der Zeit des Archetypus ist, um das zu betonen^ sehr wahrscheinlich gegen«

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