Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Rund um Philo [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Rund um Philo 275 Hohepriesters in der Zeit des Tempels mit entsühnt habe (so b. Talm. Sukka 55b). Der jüdische Monarchiebegriff sei dann von der christlichen Apologie und׳ Mission zur Gewinnung von Proselyten — wofür ihn auch Philon ver« wandt habe —übernommen worden, wurde insbesondere von Tertullian und Eusebius angewendet, habe aber später in den von A r i u s ausgehenden Kämpfen um die Trinität sein Begräbnis gefunden. Die theologischen Konsequenzen für die Kirche zogen Gregor von Nazianz, der die Unvereinbarkeit von Monotheismus und Trinität nachgewiesen habe, sowie Augustin, durch den die prinzipielle Differenz von pax Romana und eschatologischem Friedenszustand und damit die Unmöglich« keit einer politischen Theologie auf christlichem Boden dogmatisch offen« sichtlich geworden sei. — Diese von Peterson mühsam philologisch ent« wickelte Geschichte eines theologischen Begriffs stößt in der Tat zu einem Grundproblem der christlichen Kirche von heute vor, das in der Frage nach der Möglichkeit einer christlichen Politik und Kultur seinen aktuellen Ausdruck findet. ★ Ziehen wir aus der kritischen Besprechung vorstehender Arbeiten ein Fazit für die jüdische Philoforschung, so ist zu urteilen, daß uns Peisker, Knuth, Kuhlmann und auch Peterson wichtige Bausteine geliefert haben. Die Hellenisierung der meisten Lehrbegriffe durch Philon setzt der allge« mein«jüd׳ischen Gültigkeit seiner Theologie klare Grenzen, deren Linienführung aufzuzeigen Sache einer nunmehr fälligen theologischen Unter« suchung von jüdischer Seite wäre, die auf der Basis dieser Vorarbeiten unter Verwertung Heinemannscher Forschungsergebnisse aufzubauen hätte. Ergänzungen von I. Heinemann. Dem obigen — ursprünglich für eine andere Stelle bestimmten — Überblick möchten wir einige weitere Hinweise hinzufügen. Die beiden Fhilon«Überset Zungen, die englische und die deutsche, haben inzwischen Fortschritte gemacht. Von der deutschen ist der 6. Band erschienen, herausgegeben von Maximilian Adler (Professor in Prag) und mir: Breslau, Stefan Münz, 1938, 277 Seiten. Er umfaßt den Rest der allegorischen Schriften (de congressu, de fuga, de mutatione nominum, de somniis). Es stehen also nur noch die sog. ״historischen“ und die philo« sophischen Schriften aus: diese wird der 7. Band enthalten, mit dessen Druck wir bald beginnen zu können hoffen. Die englische Übersetzung, begonnen von Colson und Whitaker, hat 3 Bände herausgebracht: Band 4, 582 Seiten, Band1 5, 626 S., Bd. 6, 611 S., sämtlich in London bei William Heinemann verlegt. Whitaker ist leider 1930 gestorben; aber er hat für Band 4 und Band 5 Entwürfe hinterlassen, welche Colson selbständig benutzt hat. Die Verantwortung für Band 6 trägt Colson allein. Die Anordnung der Schriften folgt, im Gegensatz zii unserer Übersetzung, der kritischen Ausgabe; Band 4 und 5 führen die alle« gorischen Schriften zu Ende; Band 6 enthält •die Biographien des Abraham,