Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Eine unklare Rambam-Stelle
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 6)
- Language
- German
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268 Hugo Nothmann: Zu Erubin 76־׳a (statt..תשרי.. (שתחלתה מתשרי. Man könnte vielleicht auch einfach שתכליתה בתשרי statt שתחלתד. מתשרי annehmen. Allerdings wird תכלית nur selten als Ende eines Zeitraumes gebraucht. Die Worte שהרי מתשרי האו המכין לשמיטים וליובלות sind überflüssig. Ich halte sie für den späteren Zusatz eines Schreibers, dem der Widerspruch im Wortlaut aufgefallen war, und der itn beseitigen wollte. In dieser Ansicht werde ich dadurch bestärkt, daß es hier plötzlich שמימים und יובלות heißt, während der Rambam sonst שמיטות und יובלים sagt. (X 2, 3, 5. — Allerdings 8 יובלות und so auch wiederholt bei יהושע) Zu Erubin 76a. Von Hugo Nothmann, In einem Beitrage zur Kraussfestschrift S. 15 ff. löst I. Heinemann eine geometrische Schwierigkeit in einer These R. Jochanans betreffend die Minimalgröße einer runden Sukkah. (Sukkah 7b.) Er weist dabei auf Erubin 76a hin, wo R. Jochanan gleichfalls eine mathematisch, schwierig verständliche These aufstellt. Es heißt dort, daß ein Fenster, welches vier ,mal vier Handbreiten groß ist und sich משהו innerhalb eines Sockels von zehn Handbreiten Höhe befindet, eine bestimmte Bedeutung in be?ug auf Erub hat. Dazu bemerkt R. Jochanan: ״Ein rundes Fenster (wenn es dieselbe Bedeutung haben soll wie das eben genannte quadratische) muß 24 Handbreiten Umfang haben! und 2 Handbreiten und ומשהי innerhalb׳ (des Sockels) liegen; denn wenn man dann ein Quadrat hineinkonstruiert, stellt sich heraus, daß dann ein משהו davon innerhalb der zehn Handbreiten (des Sockels) liegt/1 Diese These R. Jochanans ist mathematisch umzutreffend. Ein Kreis von 24 Handbreiten Umfang — 8 Handbreiten Durchmesser — hat erstens ein eingeschriebenes Quadrat von 5,6 Handbreiten Seitenlange statt von vier Handbreiten, und zweitens brauchte der Kreis nur 1,2 Hand« .breiten ומשהו in den Sockel hineinzureichen, damit משהו des Quadrats inner« halb des Sockels fällt. Wenn man — gegen den klaren Wortlaut des Textes — annehmen wollte, daß R. Jochanan einen Kreis von 24 Quadrathand« breiten Fläche meint, dann würde wohl das eingeschriebene Quadrat richtig vier Handbreiten Seitenlange haben, aber der Kreis brauchte nur 0,8 Handbreiten ומשהו in den Sockel hineinzureichen. (Der Kreisradius wäre 2,8־ Handbr., die halbe Quadratseite 2 Handbr., also! die Pfeilhöhe PQ 0,8 Handbr.). Wie kam nun R. Jochanan zu seinen Angaben? Wahrscheinlich auf folgende Weise: Aus dem Zusammenhang geht hervor, daß er nicht selbst in der Lage war, die Größe eines Kreises zu bestimmen, dem ein Quadrat von vier Einheiten Seitenlänge eingeschrieben werden kann, son« dern daß er sich bei Fachleuten aus Cäsarea Rat holte. Er bekam den! Be« *scheid: ein, Kreis von 24 (Quadrat)״Einheiten Größe (nämlich Fläche).