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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 207

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 207 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 207 Grien, Abel Bann und aus dem Schatzbehalter) sind mit Sorgfalt her« gestellt. Die ־wenigen Ausstellungen — sie sollen vielmehr als Ratschläge auf« gefaßt werden — können den großen Wert der reichhaltigen Publikation nicht mindern. Über das Interesse am. Künstlerischen hinaus macht sie uns auch das Interesse am Dargestellten besonders lebendig. Hier wird erneut in eindringlichster Weise gezeigt, welcher Reichtum seelischen, mensch« liehen, religiösen Erlebens aus unserer Bibel strömt, wie ihr Inhalt und ihr Geist das künstlerische Schaffen zu allen Zeiten, in allen Landen im Großen wie im Kleinsten — in erhabenster Monumentalkunst und im bescheidensten graphischen Blättchen — geweckt, befruchtet und mit bedeutsamem Inhalt erfüllt hat. Es wäre wohl erwünscht, wenn neben der allgemeinen Ein« leitung des Herausgebers und dem kleinen Aufsatz des Maler«Radierers Oskar Stössel über die graphischen Techniken auch eine Darlegung dieser tieferen Beziehungen von Bibel und Kunst gegeben und zugleich noch ge« zeigt würde, wie in der kunstgeschichtlichen Entwicklung auch die religions« geschichtliche Wandlung sich offenbart, denn das Werk soll ja mehr sein als nur ein kunsthistorisches Bilderbuch, es soll belehren, bilden, erziehen, soll Ewigkeitswerte einprägsam vermitteln. Es verdient daher weiteste Ver« breitung; die Beschriftung in vier Sprachen (deutsch, französisch, englisch, italienisch) kann dem nur förderlich sein. Wir sehen den weiteren Liefe« rungen — es sollen insgesamt zehn werden — mit gesteigertem Interesse entgegen. Arthur Galliner. Deuteronomy. The framework to the code by Adam C. Welch D, D. Oxford University Preß, London 1932 (VI, 215 S.) Welch hat bereits 1924 in seinem Buche The Code of Deuteronomy zum Problem des Deut im Sinne der konservativ«kritischen Richtung Stel« lung genommen1: das Deut hat mit der Kultuszentralisation in Jerusalem und folglich auch mit der Reform des Josia nichts zu tun, sondern enthält die Rechtssatzungen eines nordisraelitischen Heiligtums, etwa Betels. Diese Theorie baut er nun weiter aus, indem er die Rahmenerzählung des D'eut (c. 1—11 und 2618—3412) einer genaueren Untersuchung1 unterzieht und die Konsequenzen, welche sich aus seiner Theorie für den Gesamtkomplex der literarkritischen und religionsgeschichtlichen Fragen ergeben, zu ziehen bestrebt ist. So untersucht er im 2. und 3. Abschnitt das Verhältnis von Dekalog und Deut und anschließend Ursprung und Alter des ersteren. Der Dekalog, den Moses Israel gab, ist das Grundgesetz, aus dem sich alles andere ergab, weil er einmal die besondere Beziehung zwischen Israel und seinem Gotte offenbart und bestimmt hatte (S. 21). Er wurde, entsprechend der geschichtlichen Lage durch weitere Bestimmungen und Ergänzungen erweitert. Die Produkte dieser Entwicklung sind das Bundesgesetz, ent« standten in Kadesch, das Heiligkeitsgesetz im geeinten Königreich. Der Codex des Nordreiches ist das Deut, dessen Rahmen zum Teil bereits dort 1 Vgl. die indessen erschienene ausführliche Besprechung von Köhler in OLZ 1933, Sp. 130 ff.

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