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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 3 · p. Seite 206

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1938-01-01
Page
Seite 206 (sequence 1)
Language
German
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206 Besprechungen Theodor Ehrenstein: Das Alte Testament in der Graphik. Kunstverlag Albert Kende, Wien 1936. — Der Herausgeber dieses Werkes, von dem bisher zwei stattliche Lieferungen vorliegen, hat schon 1923 in einem großen Sammelwerk ״Das Alte Testament im Bilde“ eine Fülle von biblischen Dar״ Stellungen aus der monumentalen Kunst — der Malerei und Skulptur — zusammen getragen. Hierzu soll das neue Werk eine Ergänzung werden. In diesem unternimmt er es, eine Überschau über biblische Szenen in der Graphik — in Holzschnitt, Kupferstich, Radierung und Lithographie zu geben. Er will damit zur Popularisierung dieser Kunst beitragen, darüber hinaus aber soll das Werk auch ein Behelf für das Kunststudium sein. Des« halb ist ihm für Auswahl und Anordnung die ״entwicklungs!mäßig«ikono« graphische Methode“ maßgebend, d. h. er reiht — im Anschluß an die Er« Zählungen der Bibel ־— Darstellungen der gleichen Szene aus verschiedenen Zeiten, doch in möglichst chronologischer Folge, aneinander: Es soll das Auge geschärft, der Werdegang der Kunst, der Stilwandel und die Auf« fassung des gleichen Themas durch verschiedene Künstler demonstriert werden. Diesem Zwecke dient nun eine schier unübersehbare Fülle von Bildern? eine strengere Auswahl wäre vorteilhafter für Studium und Genuß, ebenso eine größere Übersichtlichkeit in der Anordnung; besonders störend ist der häufige Wechsel von hoch« und quergestellten Bildern, sowie die oft verkehrt angebrachte Beschriftung — wohl mit Rücksicht auf restlose Raumausn\itzung solchermaßen gesetzt. Aber das hier ausgebreitete Ma« terial — z. T. noch wenig bekannt —י verrät den rastlosen Fleiß des Samim« lers, der möglichste Vollständigkeit erstrebt, obwohl er weiß, daß dies ein unmögliches Unterfangen ist. In 20 Blättern sehen wir z. B. den Bruder« mord (Kain und Abel), in fast ebensoviel Darstellungen Lot mit seinen Töchtern, für den Kunsthistoriker gewiß außerordentlich interessant, für den genießenden Laien dagegen — durch die Ähnlichkeit und gegenseitige Ab« hängigkeit in den Darstellungen — nahezu erdrückend. Das Streben nach Vielseitigkeit, das Suchen nach biblischen Motiven auch in der modernen Kunst führt zuweilen zur Aufnahme von künstlerisch ,weniger guten Arbeiten. Qualität sollte bei einer solchen Sammlung Be« dingung bleiben. Auf graphische Reproduktionen von Gemälden — auch wenn sie künstlerisch wertvoll sind — wäre hier wohl zu verzichten ge« wesen, sofern die Gemälde selbst erreichbar sind; die Übertragung in die Sprache der Graphik verändert oft den ursprünglichen Charakter des Ori« ginals, wie auch durch eine Abänderung der Größenverhältnisse bei der Reproduktion eines graphischen Blattes eine andere Wirkung entstehen muß. Diese Abweichung ist hier meist auch bewußt vermieden; eine — nicht gutzuheißende — Ausnahme scheint mir auf Seite 64 bei Rembrandts Radierung ״Abraham bewirtet die drei Engel“ gemacht — die unscharfe Wiedergabe läßt auf eine Vergrößerung schließen. Auch sollten Teilaus« schnitte aus größeren Stichen nicht gegeben werden, sie sind nur in ihrer Ganzheit verständlich. Im übrigen sind die :Reproduktionen zumeist gut, auch einige farbige Blätter (nach Arbeiten von William Blake, Hans Baidung

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