Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Bücherschau Seins und Denkens in bedeutenden Frauenseelen׳ auswirken. Vielleicht wird es manchen Fernerstehenden überraschen,, daß es im Judentum eine solche Reihe bedeutender, eigenwilliger Frauengestalten gegeben hat. Nur wird man nicht vergessen dürfen, daß im Kampfe des Judentums der ״unbekannte Soldat“, also auch ״die Frau, von der mein nicht spricht“, eine besondere Bedeutung besessen hat. Vielleicht erweitert die Verfasserin ihre Darstellung durch Heranziehung des allgemeinen jüdischen Frauenlebens im Wandel der Zeiten; auch ein Anhang mit Literaturverweisen wäre er« wünscht; aber auch in seiner jetzigen Gestalt wird das Buch viel Gutes stiften. חמשה חומשי חורה עם ההפטרות The Pentateuch and Haftorahs, Hebrew Text, English Translation and Commentary, edited by the Chief Rabbi (Dr. J. H. Hertz), London, The Soncino Press, 1938, 990 S. Einbändige Aus« gäbe des fünfbändigen Werkes, das von uns in früheren Jahrgängen be« sprochen■ wurde. Sermons Addresses and Studies, by The Chief Rabbi (Dr. J. H. Hertz). London, The Soncino Press, 1938. Volume I, Sermons, 373 S. Vo« lume II, Addresses, 387 S. Volume III, Studies, 443 S. Die drei Bände ent« halten eine Art Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Chief Rabbi während seiner 25jährigen Amtsdauer als Prediger, wissenschaftlicher Schriftsteller und Organisator. Diese drei Seiten seiner Wirksamkeit greifen offenbar ineinander; die Predigten und religiösen Ansprachen (eine von ihnen ist vor einem religiös gemischten Hörerkreis gehalten worden) zeigen den lebenskund'igen und mit der gesamten Geschichte und Literatur des Judentums genau vertrauten Mann, der übrigens auch (nach englischer Sitte) wörtliche Anführungen aus englischen und selbst deutschen Schrift« Stellern auf der Kanzel nicht verschmäht. Andererseits setzt sich die wissenschaftliche Tätigkeit vorwiegend religiöse Zwecke; insbesondere be« gründen die bibelwissenschaftlichen Beiträge den traditionellen Standpunkt des Verfassers. Der praktischen Durchsetzung der religiös«sittlichen Ideale, die der Gelehrte bei Bach ja und in der Kabbala wiederzufinden weiß, dient die praktische Tätigkeit des Organisators: der Kampf für die Sabbat־ heiligung (daher gegen die Kaienderreform) und die Bekämpfung des Mädchenhandels, für welche er in Versammlungen, Zeitungsartikeln und selbst (mit dankenswerter Offenheit) auf der Kanzel eintritt. So steht hinter diesen drei Bänden eine geschlossene Persönlichkeit, welche das Judentum in eigener Weise sieht und den Kampf für seine innere und äußere Er« haltung stets vornehm, aber mit voller Entschiedenheit führt. Davin Schönberger, Betendes Judentum. Berlin, Joseph Jastrow, Jüdischer Buchverlag, 102 S. Das Buch möchte den jüdischen Leser zu lebendiger Teilnahme am Gebet im weitesten Sinne des Wortes, also mit Einschluß der am Familientisch üblichen Riten, erziehen. Dazu dient eine Klärung der Begriffe des ״einsamen“ und des gemeinschaftlichen Gebetes und die Weckung des Verständnisses für die besonderen Bedingungen des letzteren: die Bindung an Zeit und Ordnung, die musikalische Ausgestal« tung, die hebräische Fassung der Hauptgebete. Auch die Darstellung