Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Neuerscheinungen über französisch-jüdische Beziehungen in Sprache und Schrifttum [Rezension]
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 12)
- Language
- German
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Bücherschau 141 Recht Diderots Bibelfestigkeit sowie seinen richtigen Blick für die Erforder« nisse der Bibel Wissenschaft. Eine BibeLEncyclopaedie sollte umfassen: 1. Untersuchungen über die Bibel als Ganzes? 2. Einzeluntersuchungen über jedes Buch und seinen Verfasser? 3. Über verlorene und apokryphe Bücher? 4. Über die hebräische Sprache, ob sie wohl die Ursprache ist? 5. Kommen״ tare? 6. Übersetzungen? 7. Bibeldeutung der Rabbiner und der Kirche? 8. Biblische Erdkunde, Volkskunde (er wünscht schönen Kommentar zu Gen 10), Chronologie, Tiere, Pflanzen, Mineralien? Gewichte, Maße, Münzen. Da haben wir bereits die Forderungen, welche die heutige Wissenschaft an eine Einleitung in die Heilige Schrift stellt. Und auch sachlich trifft Diderot eher das Richtige als seine Gegner, welche in die Bibel die Natur wissenschaft ihrer Zeit hineinlesen wollten. Auch für uns Bibelgläubig'e trifft seine Weisung zu: ״lisons Moise, sans chercher dans sa Genese des decouvertes qui n'etaient pas de son temps, et dont il, ne se propose jamais de nous instruire." Nehmen wir dazu noch Diderots Geständnis in seinem Brief an Grimm: ״Je souffre mortellement de ne pouvoir craire en Dieu." Pascal suchte Gott, weil er ihn schon gefunden hatte. Diderot sucht ihn, weil er ihn verloren hat. Doch auch er sucht Gott. Besprechung. Die ägyptischen Listen palästinensischer und syrischer Ortsnamen in Umschrift und mit historisch~archäologischem Kommentar, herausgegeben von D• Dr. Anton J i r k u, ord. Professor an der Universität Bonn. Leipzig, Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, 1937. Das nur 62 Oktavseiten zäh« lende Heft dürfte jedem Forscher auf dem Gebiete der Geschichte des alten Orients und der Bibelwissenschaft willkommen sein. Es führt uns ein Stück alter Geschichte vor Augen, das einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten umfaßt, auf Grund von Listen, die zum Teil noch nicht veröffentlicht waren, die aber der Verfasser an Ort und Stelle abgeschrieben und auch dem Nichtägyptologen zugänglich gemacht hat? denn ״jeder Ortsname ist dort, wo er uns zum erstenmal entgegentritt, soweit als möglich mit einem kurzen historisch«archaeologischen Kommentar versehen", auch eine ganze Reihe biblischer Ortsnamen ist näher erörtert. Selten, wurde1 auf so kleinem Raum so viel historisches Material zusammen getragen und wissenschaftlich erörtert. Ed. Mahler. Bücherschau. Besprechungen, soweit nicht gezeichnet, vom Herausgeber. Bertha Badt«Strauss, Jüdinnen. Berlin, Joachim Goldstein, Jüdischer Buchverlag, 1937, 133. S. Das sehr gut geschriebene, für einen weiteren Leserkreis ausgezeichnet geeignete Schriftchen stellt jüdische Frauenbilder von der biblischen Zeit (leider fehlt Rizpa, die Antigone Altisraels) bis in die Gegenwart dar? besonders ausführlich werden die Frauen der Romantik und Führerinnen der letzten Generationen behandelt. Jede Schönfärberei liegt der Verfasserin fern^ ihr Buch zeigt, wie sich die Probleme jüdischen