Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Juden
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 19)
- Language
- German
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Beiträge zur Geschichte der Pharmazie bei den Judten 129 herumziehef“ und dem im Jahre 1797 in Hamburg gestorbenen Georg (alias Gumpert) Levison absehen, der vom König von Schweden zum Professor der Weltweisheit und Arzneigelehrtheit ernannt wurde und der Sauerbrunnenextrakte, venerische Pillen und Gesundheitsschokolade verfertigte57, so ist über jüdische Apotheker in Deutschland während des 18. Jahrhunderts wenig zu sagen. Erst im Jahre 1821 weist der Minister v. Altenstein in einem an das preußische Staatsministerium gerichteten Schreiben darauf hin, ״daß Juden zum Kauf von Apotheken zugelassen werden sollten, wenn mindestens zwei Apotheken am Orte vorhanden seien, um dem Mißtrauen der Bevölkerung und der Behörde zu begegnen“58. Trotz dieser grundsätzlichen Anerkennung der Möglichkeit, daß Juden eine Apotheke besitzen können, übernahm erst im Jahre 1861 zum erstenmal ein Jude eine Apotheke in Preußen* Die pharihäzeutische Betätigung der Juden liegt vom Beginn der Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert fast aussdxließlieh auf praktischem Gebiete. Wohl verfaßte der Arzt Tobias Kohn (Cohen) im Jahre 1707 eine hebräische medizinische Encyklopädie unter dem Titel ״Maase Tobia“, die u. a. die Namen der Heilkräuter in lateinischer, türkischer und hebräischer Sprache und auch sonst viel Pharmazeutisches enthält, von einer wissenschaftlichen Betätigung der Juden in der neueren Pharmazie kann jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert die Rede sein. Besondere Verdienste um die Entwicklung der pharmazeutischen Wissenschaft haben sich neben vielen anderen Jonathan Pereira und Philipp Phoebus erworben. Pereira, der im Jahre 1804 in London geboren würde, legte in seinem 19. Lebensjahre die Apothekerprüfung ab und widmete sich von da an der Forschung auf dem Gebiete der Pharmazie. Er verfaßte eine große Anzahl wissenschaftlicher Abhandlungen, die zahlreiche Auflagen erlebten, wurde Mitglied des Royal College of Surgeons, Dozent der Chemie und schließlich Professor der Materia medica. Später erlangte er 57 Kr.au ss:■ S. 160/161. 58 P i s t o r: Grundzüge einer Geschichte der preußischen- Medizinal« Verwaltung־ (angeführt bei Adlung«Urdangr S. 420).