Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 15)
- Language
- German
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Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols 103 und die dritte weniger als die zweite erhalten, was offenbar nicht an der Schwäche des Lichtes an sich, sondern an den Gläsern liegt, die, weil sie dichte Körper sind, das Durchdringen des Lichtes verhindern. So rührt auch die Abnahme des Lichtes in den Substanzen und die Verschiedenheit nicht von dem Lichte selbst, sondern von der Materie her, weil diese nämlich im Vergleich mit der Form körperlich ist92. 11. Der Prozeß der Veränderung. Wir haben uns den Prozeß der Veränderung in der zwischen der Form und der Materie sich abspielenden Wechselwirkung so vorzustellen, als ob er drei Phasen durchlaufen würde: 1. Die Selbstveränderung der Form, 2. die Vervielfältigung der Materie und 3. deren Rückwirkung auf die Form. Die durch die Schwächung der Form ermöglichte Vervielfältigung der Materie wird in der den gesamten Veränderungsprozeß beschreibenden Zusammenfassung folgendermaßen erklärt. Durch die Einheit, die der Materie das Sein verleiht, wird die Materie geeint und zusammengehalten. Solange die Materie fein, einfach und entfernt davon ist, sich zu zerstreuen und zu trennen, ist die Einheit ihr gleichartig und in Übereinstimmung mit ihr (denn die Materie ist ja auch eine), und beide bilden zusammen ein einheitliches, in Wirklichkeit unteilbares Ding. Sowie die Materie aber — infolge der durch die Entfernung vom Ursprung eintretenden Schwächung der Form — dick und schwach wird, ist die Einheit ihr nicht mehr gleichartig; sie wird dann zu schwach, um die Materie zu einen und ihr Wesen zusammenzufassen; die Materie — die zur Vervielfältigung neigt — trennt sich und zerstreut sich, weil sie von der Einheit nicht mehr zusammengehalten wird und auch die Einheit selbst wird dadurch vervielfältigt und geteilt93. 12. Die beiden Arten der Form Veränderung und die Differenzierung der Materie. Aus diesen Ausführungen ergibt sich die Ansicht, daß die Differenzierung der Form disposit i o n e 11 durdi ihre Geschöpflichkeit und real erstens durch die Form selbst, d. h. durch die Entfernung von der wahren Einheit, und zweitens durch die 92 IV 14, p. 244, 18. 93 II 23, p. 67, 10.