Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Begriff der Einheit in der Philosophie Gabirols
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
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90 Abraham Heschel dieser Ausdruck durch die Ausschließung der Teilung und der Geschiedenheit besitzt, impliziert er in sich keine Negation als nur begriff lieh, daher gehört er auch sachlich zum Positiven* 4. Gabirol kennt sowohl das Ungeteiltsein5 als auch das Geschiedensein6 als Funktionen der Einheit. Die Anerkennung der Einheit als einer transzendentalen Seinsbestimmung äußert sich in der bereits erwähnten Behauptung: esse dicitur unum; ein Gedanke, der uns bei Aristoteles7, Plotin8 und dann in dem gleichfalls erwähnten scholastischen Satz: ens et unum convertuntur9, das Sein und das Eine fallen zusammen, begegnet. ד .. ל v! Die transzendentale oder metaphysische Einheit ist, wie schon Aristoteles bemerkt10, von der mathematischen Einheit zu unterscheiden. Die ״eins‘6 im mathematischen Sinne beruht als Element der Zahl auf der Quantität und kommt nicht jedem Seienden zu. Die Quantität ist nämlich keine transzendentale Eigentümlichkeit des Seins überhaupt, sondern eine besondere Seinsweise unter vielen anderen, in denen Seiendes auf tritt; eine Bestimmung also, die lediglich für einen gewissen Seinsbereich Geltung hat. Ihre begriffliche Fassung ist die aristotelische Kategorie11, das Praedikament der mittelalterlichen Logik. Die Quantität oder die Ausdehnung ist, wie Gabirol lehrt, die Form der zusammengesetzten Substanz12 und mit der unteren Substanz verbunden13. Wenn apparet, quod unum convertitur cum ente, Thomas, Summa theologica 1, q. 11, a. 1. 4 Vgl. Thomas. In 1. Sent. 24, 1, 3 ad 2. 5 Vgl. die folgenden Ausführungen über den Zusammenhalt des Seienden. D'as Ungeteiltsein ist natürlich von der Unteilbarkeit, die nur Gott zukommt (unitas pura, indivisibili's, IV 14, p. 242, 12), zu unterscheiden. 0 . . . qua fiat unum et differat a'b alia, IV 6, p. 224, 2. 7 Met. IV 2, p. 1003b 22. 8 Enn. IV 9, 1. e S, Anm. 3. 10 Metaphysik V 6, p. 1016 b. 17 ff. Vgl. die Polemik bei Thomas (Summa theologica I, q 11, a 1), gegen Avicenna, considerans quod unum quod est principium numeri, addit rem aliquam supra substantiam entis . . . Sic igitur dicendum est quod unum quod convertitur cum ente non addit rem aliquam supra ens: sed unum quod est principium numeri, addit aliquid supra ens, ad genus quantitatis pertinens. 11 Top. I. 9. 103. b; Categ. 4. 12 II. 19, p. 59, 3. c. 23, p. 66, 27. c. 24, p. 68, 20. III19, p. 123, 24. 13 Vgl. II 8, p. 32, 15 ff.