Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 517 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherschau 517 aber hervor, daß unter dem Einfluß des jetzigen Oberrabbiners Dr. Italiener und des Oberkantors Kornitzer ״einschneidende Veränderungen der Liturgie nach der konservativen Seite hin" vorgenommen wurden. Dieser Aufsatz findet seine Ergänzung in der Würdigung Gotthold Salomos durch B. Italiener, der den eigentümlich jüdischen Charakter seiner Predigten betont und auch die Verwandtschaft seiner Bibelübersetzung mit den beiden neuesten Übersetzungen hervorhebt; ferner durch.einen Aufsatz Kornitzers, der berichtet, daß anstelle der deutschen Choräle ״jüdische Gesänge" ein« geführt und Aussprache wie Thoravorlesung dem allgemeinen Gebrauch an« gepaßt worden sind. Paul Rieger feiert die Hamburger Tempelgemeinde als ״Muttergemeinde der neuzeitlichen Judenheit"; weitere Aufsätze besprechen den Neubau des Tempels. Ferner teilt Italiener Briefe von Leopold Zunz an den — zum Tempel in naher Beziehung stehenden — Immanuel Wohlwill mit. Ansprachen von L. Baeck bei der Amtseinführung Italieners und mehrere Predigten des letzteren sind beigegeben. Katalog Nr. 33 (Bibliotheca judaica iberia) von Louis Lamm, Amsterdam, nebst Tafei«Beilage. Enthält eine Reihe bibliographisch wichtiger Notizen. Jacob R. Marcus und Albert T. Bilgray, Index to Jewish Festschriften. Cincinnati, Hebrew Union College, 1937. 6, 154 S. 4° (MaschinenTypogr.). — Die Rolle, die die Festschriften in der jüdischen Wissenschaft gespielt haben, rechtfertigt es, daß die in diesen oft nicht leicht zugänglichen Publikationen enthaltenen Aufsätze nun zum Gegenstand einer bibliographischen Behandlung gemacht worden sind. Die Beiträge zu 53 Sammel« werken werden unter den Namen ihrer Verfasser, gleichzeitig aber auch — und dies sorgfältig und mit Geschick — nach systematischen Gesichts« punkten verzeichnet. Daß dem Buch der Charakter des Endgültigen trotz« dem noch fehlt, zeigt schon die äußere Form; und es wäre zu wünschen, daß nach Vornahme der notwendigen Ergänzungen bald eine zweite Auf« läge erscheinen, und zwar im Druck erscheinen kann. Sp. Wir, Gedachte von Frieda Mehler, Berlin, Berthold Levy, 1937, 31 S. Gedichte einer jüdischen Mutter, aus dem Zeiterlebnis entstanden. Mendale Mocher Sfarim, Die Fahrten Binjamins des Dritten. Bücherei des Schocken«Verlags 85, 91 S., RM 1.25. Gibt ein klassisches Schriftchen des bedeutenden Erzählers in mustergültiger Übersetzung wieder. Felix Pinczower, Der jüdische Läufer, Berlin, Berthold Levy, 1937, 57 S. Vf. übt selbst den Laufsport aus, weiß aber zugleich in Bibel und rabbi~ nischem Schrifttum gut Bescheid und ist überdies durch J. Freimann und S. Klein beraten. Das sehr sympathische Schriftchen gibt ein anschauliches und zuverlässiges Bild von der Bedeutung, welche im Altertum, da die Wege nur zum Teil durch Pferde benutzbar waren, naturgemäß dem Laufen zu« kam, und weiß die Laufleistungen jüdischer Männer fachmännisch zu wür« digen. Die Frage S. 30, warum man (auch in Griechenland) Wettläufe gegen Pferde veranstaltete, löst sich wohl am einfachsten durch die Annahme, daß man sich gewöhnen wollte, sich vor Verfolgungen durch feindliche Reiterei