Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 514 (sequence 4)
- Language
- German
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514 Besprechungen Ich kann diese Zeilen nicht schließen, ohne dem Verfasser Dank für seine glänzende Leistung auszusprechen. Arthur Marmorstein. Rosenberg, Manfred, Gerhard Veltwyck, Orientalist, Theolog und Staatsmann. Phil. Diss. Göttingen 1935, 71 S. Von den vier Bedeutenden Orientalisten des 16. Jahrhunderts, Reuchlin, Johann Albrecht von Widmannstetter, Andreas Masius und Gerhard Veit« wyck fehlte diesem, einem katholisch getauften niederländischen Juden (gest. 1555), bisher eine Monographie (S. 10). Verf. hat sie mit großer Sorgfalt geschrieben. Dabei kam ihm, einem Schüler Brandis, seine gründliche historische Schulung zu Nutze, während der Abschnitt der Dissertation, der philologisches Urteil erforderte, stellenweise geringere Sicherheit verrät. Dieser Abschnitt (S. 11—25), den Werken des Orientalisten und Theologen Veltwyck gewidmet, behandelt zunächst dessen Hauptwerk ״Schwile tohu“, ein zum Zwecke der Judenbekehrung geschriebenes Buch (Bombergscher Druck 1539), das außer dem persönlichen Bekenntnis seines Verfassers zum Christentum in poetischer Form den seit den Disputationen von 1263 und 1284 üblichen Beweis der alleinigen Geltung des Christentums enthält. Weniger klar als die Darstellung dieses Buches ist die ihr folgende Er orte« rung des von Paulus Fagius herausgegebenen zweisprachigen Liber fidei — Sefer amana (Isny 1542) (S. 20—24). Den Beweis der Autorschaft Veltwycks führt Verf. zwar mit guten Argumenten, aber nicht zum notwendigen Schluß, wovor ihn anscheinend der Gedanke an eine vatikanische Handschrift zu״ rückgehalten hat, deren Berücksichtigung er als erforderlich bezeichnet, und die Bemerkungen über die Beziehungen zwischen diesem Buche, Pfefferkorns Judenspiegel und Sebastian Münsters Vorrede zu Torat hammaschiach (etc. Basel 1537) leiden unter Widersprüchen und dem Mangel an Bestimmtheit. Der zweite und der dritte, größte Abschnitt, behandelt die theologisch« politische und die politische Tätigkeit Veltwycks. An den vergeh« liehen Einigungsversuchen zwischen Protestanten und Katholiken war der Sekretär des Kanzlers Granvella insofern beteiligt, als er das Wormser Geheimgespräch (1540) einleitete, mit drei anderen Theologen führte und im Anschluß daran gewisse Artikel mitverfaßte, welche dem gescheiterten Regensburger Gespräch (1541) Vorlagen und später im ״Regensburger Buch"‘ Melanchthons verwertet wurden. 1545 und 1546 war Veltwyck als Gesandter Karls V. und König Ferdinands, in der Sache des Türkenkrieges tätig, 1548 im Gericht über den seines Landes zu beraubenden Herzog Ulrich von Württemberg, 1549 als ״conseiller et maistre de requestes“ des Kaisers bei der Unterdrückung der Protestanten in Nymwegen, später in Verband« lungen über die spanische Thronfolge und gegen den Fürstenbund Moritz’ von Sachsen. Diese diplomatischen Unternehmungen erschließt Verf. in sauberer historischer Arbeit vermittels der einschlägigen Literatur aus zahl« reichen gedruckten und imgedruckten Aktenstücken, insbesondere aus Veit« wyeks Korrespondenz, welche im Anhang (S. 68 ff.) nach der Veröffent« lichung einer bisher unbekannten kurzen Biographie übersichtlich geordnet ist, und er beschreibt die Wege Veltwycks genau, ohne den nicht sonder«