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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 4 · p. Seite 356

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 4
Article
Um Philons geschichtliche Stellung
Date
1937-01-01
Page
Seite 356 (sequence 2)
Language
German
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356 I. Heinemann Philon und vor allem in den Mystikern, aus deren Lehre er schöpft, in durchaus origineller Weise den Wegebereiter des Christentums. Ein hebräisch schreibender jüdischer Forscher sucht, ohne die Beziehungen zwischen dem alexandrinischen Judentum und seiner Umwelt zu übersehen, vor allem Philon im Rahmen der jüdischen Geistesgeschichte darzustellen. Erwin R. Goodenough, By Light, Light. The mystic gospel of helle״ nistic Judaism, New Haven, Yale University Press, London, 1935, 436 S. Der Ausgangspunkt der Arbeit Goodenoughs tritt vielleicht noch deutlicher als in der Einleitung zu diesem Buch in einer wenig späteren Arbeit des Verfassers, Journal of Bible and Religion, 1937, 18 ff. hervor. Danach ist die Einheitlichkeit des Christentums im Verlauf seiner Hellenisierung (wenn man nicht an übernatürliche Fügung glauben soll) nur dadurch zu erklären, daß ihm ein unter dem Einfluß der hellenistischen Mystik stehendes Diaspora-Judentum die Grundlage bot, dem die Bibel eine mystische Urkunde, die Patriarchen Vorbildliehe Kämpfer um die Überwindung materiellen Lebens bedeuteten. In der Tat hat der Einblick in die jüdische Bildkunst, wie Goodenough an anderer Stelle1 ausführt, ein Judentum kennen gelehrt, das von den orthodoxen Anschauungen, insbesondere bzgl. des Bilderverbots, recht weit entfernt war. Und nun glaubt G. in seinem großen Buch den Nachweis führen zu können, daß es in Alexandreia, der einzigen Diaspora-Gemeinde, in deren Leben wir näheren Einblick haben, in der Tat ein Judentum gab, das die Erzählungen des A. T. in eben derselben Weise umdeutete, wie das Leben Jesu später zu einem Logos-Mysterium umgedeutet wurde. Das Ziel dieses Judentums ist nach G. (pcoxta^k, also Schauen des göttlichen Lichtes mit unserm geistigen Augenlicht2; Gott ist seinen Bekennern nicht der persönliche Vatergott der Bibel, sondern das Absolute, das durch einen Lichtstrom auf die niedere Welt wirkt und zu dem wir in mystischer Schau emporsteigen sollen. Natürlich ist das Streben nach solchem Aufstieg nicht für das 1 Journal of Biblical Literature, 1936, 211 ff.; 1937, 103 ff. Ick verdanke die Aufsätze der Freundlichkeit des Vf. 2 Daher der Titel des Buchs, anknüpfend an eine Philon-Stelle, die na״ türlich den Doppelsinn von <pu><; Auge und Licht verwertet.

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