Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 2)
- Language
- German
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306 Besprechungen New York und Berlin je 5, Oxford 3, Bukarest, Budapest, Cambridge, Cincinnati, Jerusalem Liverpool, Rom und Wien je 2. Andre 12 Städte stellen je einen Mitarbeiter. Die Beiträge sind mit Ausnahme der hebräischen Ab* handlung B ü c h 1 e r s englisch oder deutsch geschrieben. 38 gehören unserer Wissenschaft, etwa 16 anderen Wissenskreisen an. Die Vielseitigkeit, um nicht zu sagen die Buntheit des Gebotenen schließt sich der Vielseitigkeit Gasters an, über welche die erschöpfende Bibliographie seiner Schriften — 272 Nummern — belehrt. Die Biographie Gasters behandeln Schindler, Schwarzfeld und Bensusan. Sachlich gliedern sich die Beiträge in I. Sprachwissenschaft, II. Bibel, III. Halacha, Agada und Kabbala, IV. Religion und Philosophie, V. Folklore, VI. Kunstgeschichte und Archäologie, VII. jüdische Geschichte und Literatur, VIII. Varia. Es fehlt mir die Kompetenz und unserer Monatsschrift der Raulm^ auf die einzelnen, meist sehr dankenswerten Beiträge tiefer einzugehen. Ich beschränke mich darauf, auf das mir näher Liegende hinzuweisen. I. G. R. D r i v e r behandelt confused Hebrew Roots. Seine Erklärungen sind sehr bemerkenswert, allerdings nicht immer ganz neu. Die אבל/ן z. B. soll ursprünglich ״trocken sein" bedeuten und erst von hieraus auf ״Trauer" übertragen sein. Das sagt schon Jensen bei Gesenius16 sv. Ben Jehuda und Andere nehmen den umgekehrten Bedeutungsübergang an. — Sprachwissenschaftlich ist auch N. B. Jopson, Literary Style in J udaeo^Spanish. — Theodor H. Ga st er widmet der unbekannten Sprache, die neben einer semitischen in den Inschriften von Räs samrä auf taucht, eine eingehende Studie. 1932 hat Hrozny diese rätselhafte Sprache behandelt. Sehr hübsche linguistische Beobachtungen verdanken wir dem kurzen Aufsatze M. Weinreich’s ״Fond Versus Psychic Function in Yiddish". Er schließt: ״We are lad to the conclusion that there is, in Yiddish a definite cleavage between form and psychic function not only as to their present Status but, even more so, as to the tendencies of their historical deve״ lopment". II. Samuel Daiches’ Beiträge zur Erklärung der Psalmen zeichnen sich durch feine Einfühlung in die Seele des Dichters aus. Sein Spürsinn läßt ihn den überlieferten Text verstehen und gesuchte Eimendationen vermeiden. Er behandelt diesmal den Psalm 116. Ansprechende Bemerkungen zu einzelnen Psalmstellen bietet Kam In k a. Man kann ihm allerdings nicht immer beistimmen. So wenn Ps 463 ״when we were in Ahe midst of the stormy sea" vom vorgehenden ״when the mountains tremble“ getrennt wird. Die Trennung ist ausgeschlossen, da die Berge im nächsten Verse ורעשו הרים offenbar mit dem Meere verbunden sind. Man wird ihlm auch nicht beistimmen, wenn er Ps 1379 den Ortsnamen s e 1 a' sucht. S. Kr aus s behandelt HL 3, 8 מפחד בלילות und trägt dazu alles zusammen, was sich in bezug auf Ligatura neonymphorum auftreiben läßt. Die landläufige Bezeichnung ״Nestelknüpfen" (auch: Knotenknüpfen, Sanders sv. HWB d. d. Abergl. 3, 743) scheint ihm entgangen zu sein.