Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 2)
- Language
- German
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304 Bespr echun ge n Das Werk des P. F. ist auf mehrere Bände berechnet. Der vorliegende Band bietet eine Sammlung der jüdischen Inschriften, die sich vom III. Jahr« hundert v. C. bis zum VII. Jahrh. n. C. erstrecken. Der Band befaßt sich ausschließlich mit in Europa Vorgefundenen Materialien. Das Buch beginnt mit einer Einleitung über das Judentum in der alten Welt, zumal in Rom, unter Berücksichtigung der jüdischen Inschriften; Verf. bespricht insbe« sondere die Verwaltung, die synagogale Organisation, das religiöse und das Privatleben der Juden in Rom. Das Inschriften «Material ist folgendermaßen geordnet: die einzelnen Provinzen Italiens, Spaniens, Galliens, Deutschlands, Pannoniens, Dalma« tiens; die griechischen Provinzen; einige andere Länder. Manchen In« Schriften ist die Abbildung des Textes beigegeben; sämtliche Inschriften sind ins Französische übertragen und von bibliographischen Notizen be« gleitet. P. F. schließt sich so der Reihe von Männern an, die sich auf diesem Gebiete wohl verdient machten, so z. B.: Domenico Passionei, Giuseppe Bianchini, Gaetano Migliori (1740—1789), Visconti, P. Raffaele Garruoci, Doni, Tolomei, Margärini, Manuzio, G. B. de Rossi, Marucchi, Nikolaus Müller, H. W. Beyer und Hans Lietzmann. Die von P. F. dargebiotenen Inschriften sind größtenteils in griechischer Sprache abgefaßt. Diesem Inschriften«Material hat P. A. Ferrua in dem Artikel ״Epigrafia ebraica“ in ״La Civiltä Cattolica“, J. 87, 1936, Band 3 u. 4, Heft 2070—2072, 2074, eine eingehende Besprechung gewidmet, die wichtige Verbesserungen aufweist. Die Arbeit des P. Ferrua macht es ersichtlich, daß die Sammlung des P. F. sehr nützlich und lehrreich ist, aber doch keinen ״punto fermo“ in der jüdischen Epigraphie bedeutet. Zur Inschrift 290 scheint P. F. mit seiner Gleichstellung אניה Annia doch Recht zu haben. Man vergleiche die griechischen Inschriften 299 ’Avtvto; und besonders Inschrift 300 5Aw!a. Inschrift 555 wird Ithshalom kaum richtig sein. Für den reichlichen, ja sogar allzureichlichen Gebrauch der matres lectionis, ist neben der Schreibung שאלום für שלום be« sonders die Schreibweise משבהבו für משכבך bezeichnend1. Die Inschrift 595 bietet sogar מישכהבו. Diese besondere Schreibart ist von F. nicht hervor״ gehoben worden, nicht einmal mit dem sonst so häufig von ihm gebrauchten sic. Eigentümlich und ohne von F. bemerkt zu werden, heißt es in In« schrift 611 פווסטינה (Faustina) כ ו ח נפש. Ist in der Inschrift 613, um deren Erklärung sich u. a. Chajes und S. Krauss bemüht haben, ירא יושדן richtig? Hier könnte eine photographische Wiedergabe des Textes gute Dienste leisten. In der Inschrift 629 liest F. אור זרוע לצדיק ולישרי לב שמחה und in der Fortsetzung נזכר צדיק לברכה. Das כזכר bält P. F. für eine ״Variante''‘ zu Prov 107. Gewiß heißt es im Original וזכר צדיק לברכה. Ebenso ist in der Inschrift 634 אשת נבונה ein Lesefehler des P. F. In der photographischen Wiedergabe ist ganz deutlich ,אשד zu lesen. In derselben Inschrift 1. שנפטרה für שנפתרה.