Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen 303 nach dem Autor die literaturgeschichtliche Forschungsmethode nicht aus, sondern die problemgeschichtliche Behandlung sei von weit größerem Wert. Als Exempel für seine Methode dient dem Verf., weil besonders geeignet, die Frage nach der Aussprache des Schwa. Er geht aus von einer Abhandlung über das Schwa in hebräischer und arabischer Sprache, die sich in einer Hs. in Leningrad und in Handschriftenfragmenten in Oxford, London und Frankfurt a. M. befindet. Diese Abhandlung gibt er in einer ausschöpfen dien Edition, und als eine Art Anhang dazu noch einige Auszüge aus anderen Hss. verwandten Inhalts, alles mit deutscher Über- Setzung. Was vom Inhalt der Abhandlung an meisten auf fällt, ist die Regel über die Aussprache des Schwa in Wörtern wie שתים u. ä. bei den Tiberiern, deren Aussprache als Muster hingestellt wird. Diese sprächen nämlich אשתים «אעזתי, also mit Vorgesetztem א und darauffolgendem ruhenden Schwa. Als Stütze für diese Aussprache wird eine lange Traditionskette von Massoreten angeführt. Eingehend wird nun die Abhandlung analysiert im Vergleich mit anderen Quellen, anfangend mit der ״massoretischen“ Schrift ״Dikduke ha-Te'amim“ bis zu den Klassikern der hebräischen Grammatik und bis zu Menahem de Lonzano, und es wird eine Entwicklungslinie in der Aussprache des Schwa aufgezeigt, die ״von der ausnahmsweise angewandten bewegten Lesung ... über die ... mehr verallgemeinernd ausgesprochene Regel zu der größten Häufigkeit der bewegten Aussprache führt“. Gleichzeitig wird ״die sprachigeographische Unterschiedlichkeit zwischen den Ländern des westlichen und des östlichen Mittelmeerbeckens“ festgestellt. j; j ־■ ן'j Der Titel der Arbeit ist meines Erachtens nicht zutreffend, denn er versetzt die Abhandlung über das Schwa und auch die damit verglichenen späteren Grammatiker in das Gebiet der ״Massora“. Die Abhandlung hat aber eben so wenig mit ״Massora“ zu tun wie z. B. Menahem de Lonzanos הליבות שבא, und die in ihr angeführte MassoretenÜste macht sie noch nicht zur ״Massora“. Die herrschenden Begriffe über die ״Massora“ bedürfen eben dringend einer Klärung und Richtigstellung. Im Manuskript hatte die Arbeit von Kurt Levy den Titel ״Zur Geschichte der hebräischen Laut« lehre", ein besserer Titel für dieses außerordentlich reife, selbständige Buch. Kurt Levy hat das Erscheinen seiner Arbeit nicht erlebt. Am 22. Juli 1935 ist er, erst 28jährig, eines tragischen Todes gestorben. Mit ihm ist ein wertvoller Mensch und ein vielversprechender Wissenschaftler verloren gegangen. תנצב״ה! R. Edelmann. P. Jean Baptiste Frey, Corpus inscriptionum iudaicarum, vol, I. Cittä del Vaticana, 1936. S, CXLIV .+ 687. Mit dem Werke des P. F. beginnt das Pontificio Istit u t o d i Archeologia Cristiana die Veröffentlichung einer neuen wissenschaftlichen Sammlung, die unter dem Titel ״Sussidi alio studio delle antichitä cristiane“ fortgesetzt werden soll.