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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 302

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1937-01-01
Page
Seite 302 (sequence 2)
Language
German
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302 Besprechungen klären und nicht etwa als ״Schreibfehler“ anzusehen,, sondern wir können darin eine Brücke finden zwischen dem Hebräischen der Bibel und dem ״Neuhebräischen“ der rabbinischen Literatur bis zum modernen Hebräischen unserer Zeit. Das ganze Material harrt noch einer eingehenden Sichtung und Bearbeitung. Vor allem muß der Begriff ״Massora“ genau Umrissen werden, und ohne eine Untersuchung des gesamten Materials, die z. T. nach anderen Gesichtspunkten, in größerem Zusammenhang als bishei geschehen und die Ergebnisse der allgemeinen Sprachwissenschaft berücke sichtigend stattfinden muß, ist jede Folgerung, die man auf Grund des noch so wenig bearbeiteten Materials zu ziehen versucht, eine vorläufige. Grade auf dem gegenwärtigen Stand der Erforschung des erwähnten Materials ist es von großer Wichtigkeit, daß ein methodisch einwandfreies Verfahren gefunden wird, damit nicht Lehrsätze, die sich bei genauer Untersuchung als haltlos erweisen, Tradition werden. Groß ist darum der Verlust, den die Wissenschaft durch den früh« zeitigen Tod von Kurt Levy erlitten hat. Wie selten einer ist er befähigt gewesen, diese dringende philologische Aufgabe, mit der auch er sich, be« schäftigt hat, zu lösen. Er war in den Fragen der allgemeinen Sprach« Wissenschaft sehr gut bewandert2 und hatte die Gabe des kritischen Durch« dringens und des synthetischen Aufbauens zugleich und ferner einen feinen Sinn für Methode und Darstellung. Seine wissenschaftliche Reife zeigt sich schon in der hier zu besprechenden Arbeit, die bereits im 22. Lebens« jahr des Autors (im Jahre 1928) als Dissertation fertig vorlag und später mit nur ganz wenigen Ergänzungen bereichert wurde. Das Thema des Buches liegt auf dem eingangs erwähnten Gebiet, Es kommt darauf an, die Entwicklung der hebräischen Lautlehre zurückzuver« folgen bis zur Zeit und zum Ort der Fixierung des MT. Dazu reicht aber Zeitschr. f. Assyriologie, XXVI. Bd. (1912) [— Festschrift f. Ignaz Gold« ziher], S. 1—15. 2 In gleichem Maße wie mit der Orientalistik, für welche er sich binnen kurzer Zeit habilitiert hätte, befaßte Kurt Levy sich mit den romanischen Sprachen und hat auf diesem Gebiet ein paar höchst originelle Aufsätze veröffentlicht, nämlich in ״Volkstum und Kultur der Romanen“, II. u, IV. Jahrg. und in der ״Zeitschr. f. romanische Philologie“, Bd. LI. Auf orientalistischem Gebiet hat Kurt Levy, außer der hier be« sprochenen Arbeit und einer Reihe von wertvollen Besprechungen im ״Anthropos“, XXIV. u. XXV. Bd. und im ״Islam“, XX. Bd. noch veröffent« licht: in der ״Menorah“, 9. Jahrg. (1931): ״Zwei jüd.«arab. Märchen aus Marokko, auf gezeichnet und verdeutscht“ und in der Festschrift für P. Kahle, Leiden 1935: ״LäTät elhotä. Ein tunesisches Schattenspiel“. Den ara« bischen Text zu den beiden letzten Aufsätzen! hatte er selbst bei Ein1« geborenen aufgenommen. Kurz vor seinem Tod war er vom Schocken« Verlag mit der Ausarbeitung eines hebräischen Lehrwerks für die jüdischen Schulen beauftragt worden und war mit großer Begeisterung an die Arbeit gegangen.

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