Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Laschon Kanaan
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen 301 zweite geht auf die Etymologie von Slawen Sklaven zurück3. Während noch im zehnten Jahrhundert die Slawen neben den Alemannen, Lothringern und Sachsen als gleichberechtigte Volksteile Deutschlands (z. B. in den Gesta Galcheri von Cambrai)4 und beispielsweise in der Ottonischen Kaiser« urkunde vom 23. April 961 neben den Deutschen als ebenbürtig genannt werden, verschiebt sich in dem Maße der fortschreitenden Loslösung der Deutschen von den Slawen die Sprachgrenze zwischen beiden nach dem Osten, bis im 13. Jahrhundert Kanaan geradezu Bezeichnung für Böhmen und den slawischen Osten geworden ist. Neben Kanaan tritt während der Zeit der sächsischen Kaiser unter dem Einfluß des Gleichklangs Saxones״ Aschkenas die hebräische Bezeichnung Aschkenas. Eine ähnliche Wahr״ nehmung läßt sich in den nichtjüdischen Geschichtsquellen machen, in denen gleichzeitig Saxonia für ganz Deutschland^ Regnum Saxonum für Deutsches Reich, Rex Saxonuim für Deutscher Kaiser, Saxonicum Idioma und loquela Saxonica für Deutsch erscheint5. Ob für die Annahme des biblischen Volksnamens Aschkenas das Anklingen an Diutisc — Tedeschi oder an Saxones die erste Ursache gewesen, ist heute nicht mehr festzu״ stellen. Besprechungen. Kurt Levy: Zur masoretischen Grammatik. Texte und Unter״ suchungen. Stuttgart, Verlag W. Kohlhammer, 1936. Bonner Oriente« listische Studieny hrsg. v. P. Kahle u.W. Kirfel. Heft 15. (VI, 44,36* u. מ S.) 8°. Das reiche ״außermassoretische" Material, das in jüngster Zeit in die hebräische Sprachwissenschaft hineinbezogen'worden ist, verspricht dieser eine fruchtbare Entwicklung, vor allem auf dem Gebiete der Lautlehre. Es gestattet uns z. B. nicht nur viele Unregelmäßigkeiten und Inkonsequenzen in der Vokalisatian des massoretischen Textes der Bibel1 historisch zu er״ 3 Vgl. das Monatsschr. 1936 S. 456 f. über Giblim und Kanaan als Name für Deutschland Gesagte. Ferner: Benjamin von Tudela Reisebericht S. 103 ומשם והלאה ארץ בהם והיא הנקראת פראגה היא תזזלת ארץ אשקלבונייא ובה כמו ק״ו יהודים וקוראים אותה היהודים הדרים בה ארץ כנען בשביל שאנשי הארץ ההיא מוכרים בניהם ובנותיהם לבל האומות ״Von da weiterhin ist das Land Böhmen, das Prag genannt wird. Das ist der Anfang des Landes Sclavonia. In ihm sind etwa 106 Juden. Die Juden, die dort wohnen, nennen es Land Kanaan, weil die Bewohner dieses Landes ihre Söhne!und Töchter an alle Völker verkaufen". 4 Adam von Bremen II. 18 S. 311: Sclavania amplissima Germaniae provintia. 5 Fritz Vigener, Bezeichnungen für Volk -und Land der Deutschen vom 10. bis zum 13. Jahrh., Heidelberg 1901, S, 35, 139 f., 197 f., 222 f. Seit Ottol. (z. B. Quedlinburger Stiftungsbrief vom 13. September 936) wird Franci et Saxones für die Deutschen, Francia et Saxonia für das Deutsche Reich gebraucht. 1 Vgl. z. B. Th. Nöldeke: Inkonsequenzen in der hebr. Punktation, in: