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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Secharja 12,10
Date
1937-01-01
Page
Seite 294 (sequence 2)
Language
German
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294 Emil Natan Levy denkbar, wenn wir uns das an Zahl kleinere Syrerheer in der Hauptsache aus Reiterei und Kriegswagen bestehend vorstellen. Der vom Chronisten gemeldete Umstand, daß das siegreiche Syrerheer an Zahl klein gewesen sei, illustriert uns sehr glücklich den Bericht im Secharjabuch, daß die Feinde die Landbevölkerung zwingen, am Zuge gegen Jerusalem teilzunehmen. Die Belagerung der stark befestigten Hauptstadt konnte nur durch eine Zwangsfron der überwundenen Judäer in Angriff genommen werden. Nun erscheint nach dem Bericht des Chronisten der Syrereinfall als eine Strafe des Himmels. Auf Veranlassung der Fürsten Judas hatte sich Joas nach dem Tode des Hohepriesters Jojada von Gott abgewandt und diente den Äscheren und den Götzen (Azabim; vgl. Sech 132). Dazu kam ein Kapitalverbrechen schwerster Art. Unter den Propheten, welche umsonst gegen das abgöttische Treiben des Königs und der Fürsten Einspruch erhoben, ist Secharja, der Sohn Jojadas, eine besonders hervorragende Erscheinung gewesen. ״Da verschworen sie sich gegen ihn und steinigten ihn nach dem Gebote des Königs im Tempelvorhof. So gedachte der König Joas nicht der Liebe, welche ihm sein (Secharjas) Vater erwiesen hatte, und tötete seinen Sohn. Und als dieser starb, sprach er: Gott sieht es und wird ahnden (2 Chr 2417_22).“ Inwieweit die spätere Ermordung Joas mit der Untat an Secharja in Zusammenhang steht, wie der Chronist will, (das Königsbuch erwähnt Secharja überhaupt nicht), mag unerörtert bleiben. Jedenfalls hatte das Verbrechen den tiefsten Eindruck im Volke gemacht. Wir erleben den Nachhall der Erschütterung noch in den talmudischen Midraschim (Gittin 57) und im Neuen Testament (Matth. 2335, Lucas 1151). Wie stark muß erst der Eindruck auf die Gottgetreuen seiner Zeit gewesen sein, besonders da ihm als einem Staatsverbrecher die öffentliche Totenklage und vielleicht auch ein ehrenvolles Begräbnis verweigert blieb, wenn wir, wie ich annehme, den Schluß von Secharja 12/0 ff. auf den Justizmord an Secharja beziehen dürfen. Es wird, so führt der Verfasser aus, nach dem Triumph über die Feinde (Abzug der Syrer) ein großer Sinneswandel

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