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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 287

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte
Date
1937-01-01
Page
Seite 287 (sequence 2)
Language
German
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Neueres Schrifttum zur jüd. Sagen«, und Stoffgeschichte 287. (KHM 107), in -der jüdischen Fassung einer Handschrift des מדרש הגדול (ed. Schechter S. 222, Anm. 40) das Märchen vom. Heiden und Juden, welche wetten, wessen Glauben der wahre ist. Durch Satans Ränke verliert der Jude seine Habe an seinen heidnischen Reisegefährten, — doch durch die Geheimnisse, die er den Geistern ablauscht, heilt er des Königs Tochter, er« schließt Wasserquellen, wird reich und mächtig. Christiansen benützt das jüdische Märchen auf Grund von Schechters Aufsatz im englischen Folk« lore I, 273. S. noch Gaster, Exempla 29, Studies and Texts II, 922. FFC 26—28 Antti Aarne, Vergleichende Rätselforschungen. Die jüdischen Rätsel kennt Aarne aus Wünsches Werk: Die Rätsel Weisheit bei den Hebräern, mit Hinblick auf andere alte Völker. Leipzig 1883. Jetzt ist reichste Belehrung über Salomos Rätsel zu finden bei Ginzberg, Legends of the Jews IV 145—149, VI 290 f. FFC 42, Walter Anderson, Kaiser und Abt. Die Geschichte eines Schwankes. Anderson, gegenwärtig Professor an der Universität Tartu« Dorpat, einer der Leiter des FFC«Unternehmens, lehrte 1918—1920 an der jüdischen Schule in Minsk und sammelte dort auch mit Hilfe seiner Schüler die jüdischen Volksübierlieferimgen, welche er in zahlreichen Arbeiten tüchtig verwertete. (Seite 71, 72.) Er kennt natürlich auch die Erzählung im Maasseh«Buch (Nr. 227): Wie kam) denn Kunz hinter das Vieh. Jüngst hat Drujanow eine weitere jüdische Volksüberlieferung veröffentlicht, in seinem. ספר הבדיחה Nr. 2032. Anderson sucht die Urform dieses Schwankes zu erforschen und meint, es wären in dieser Urfassung folgende 3 Scharf« sinnsproben gestellt worden: 1. Wo ist der Mittelpunkt der Erde? 2. Wie viel Sterne sind am Himmel1? 3. Was tut Gott? Alle drei Fragen haben schon den Talmud und den alten Midrasch beschäftigt: Mittelpunkt der Erde Bechorot 8b, Zahl der Sterne Sanh. 39a, Gottes Beschäftigung Gen. Rabba 68, 4 und zahlreiche Parallelen. Anderson kommt zum Ergebnis, die älteste Fassung vom Schwank mit den drei Scharfsinnsproben sei im! Judentum entstanden, in irgendeiner jüdischen Gemeinde des nahen Ostens. (S. 288 ff.) FFC 73, Jan de Vries, Die Märchen von klugen Rätsellösern. Zahl« reiche Stoffe des jüdischen Schrifttums sind in den Kreis dieser Unter« suchung hineinbezogen. Josua b. Chananjah und die Weisen von Athen (152, 389). Das treue Weib׳, das als Teuerstes ihren Mann davonträgt (Weiber von Weinsberg — Motiv, S. 282 ff.). Der fromme Abba Chilkijah (344), Teilung des Huhns (350, 354), Salomos Rätsel (370), Achikar (374 ff.), Daniels Urteil im Sasannabuch. De Vries meint, im Judentum sei das Märchenmotiv entstanden, ein gekochtes Ei ausbrüten zu lassen (244—249, 232). In Wirklichkeit ist dieses europäische Motiv erst ins spätmittelalter« liehe jüdische Märchen eingedrungen. Ferner meint er, die jüdische Legende hätte die Fehlurteile Davids durch Salomo berichtigen lassen. In Wirklich«, keit stellt die altjüdische Überlieferung i. a. den König David hoch über Salomo. Der Sagenkranz vom David e o r r i g e p a r Salomon wurde erst im Islam um Salomos Haupt gewunden. — Hingegen wären für die

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