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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Abrabanels Stellung zur Agada
Date
1937-01-01
Page
Seite 271 (sequence 2)
Language
German
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Abrabanels Stellung־ zur Ag׳ada 271 In dem Werke ״Maschmfa jeschu6a, Verkünder des Heils“, wandte sich Abrabanel sowohl gegen die christlichen Ausleger, die die Heils Verkündungen der Schrift auf Jesum, als auch gegen die jüdischen Erklärer, die diese Verkündigungen auf die Zeit des zweiten Tempels bezogen. In der zweiten Schrift ״Ma6ajne ha-jescl1u‘a, Quellen des Heils“ behandelte Abrabanel die messianischen Weissagungen des Buches Daniel. Dagegen unternahm er es im dritten Werke ״ Jeschu‘ot meschicho, Heilsverkündigungen über seinen Gesalbten“ die messianischen Talmud- und Midraschstellen zu erklären1. Aus dem dritten Werke besonders erkennen wir Abrabanels Stellung zur Agada und so zum Teil auch seinen religiösen Standpunkt. 2. Abrabanel kennt die verschiedenen Auffassungen der Agada bei den jüdischen Gelehrten2. Vielfach, erzählt er, haben Gelehrte die Agada in Religionsgesprächen behandelt, um die christologische Deutung der messianischen Stellen zu widerlegen. Das aber sei zwecklos und unfruchtbar. Darum erklärt er, die Agada nicht als Gegenstand der Polemik zu behandeln, sondern vor allem ihren wahren Sinn erforschen zu wollen. Andere wieder, die der Meinung waren, man müsse nicht alles glauben, was der Talmud erzähle, haben einzelne befremdliche Agadastellen abgelehnt. So wurde von ihnen das Wort Gamaliel II. von der wunderbaren Fruchtbarkeit des Heiligen Landes in der Messiaszeit abgelehnt, zumal dieses Wort durch den Ausspruch des Amoräers Samuel widerlegt werde, daß zwischen der messianischen Zeit und der Gegenwart kein anderer Unterschied bestehe, als daß es keine Unterjochung durch die Völker geben werde3. Abgelehnt wurden ferner von Einzelnen auch die phantastischen Erzählungen des Rabba b. b. Ghana, die lediglich der Erheiterung der Lernenden dienen sollten. Allein diese ablehnende Stellung wollte Abrabanel nicht billigen. Redete doch in den Lehrern der Agada der ״Geist Gottes“ und ist doch selbst in den Erzählungen des Rabba b. b. Chana Weisheit und ein tiefer Sinn. 1 Jacob Guttmann, Die religionsphilosophischen Lehren des Isaak Abrabanel 99 ff. 2 Jeschuotr Königsberg 1891,, 16b ff. 3 Gamaliel D. Sabb. 30b7 Samuel Ber. 34b.

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