Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 14)
- Language
- German
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270 Juda Bergmann Könige einen Treueid leistete, muß an diesem unter jeder Bedingung festhalten und muß dem Könige alle ihm ge־ bührenden Ehrhezeugungen erweisen. Israel darf noch aus einem anderen Grunde sich nicht gegen seinen Herrscher wen־ den; denn dieser ist nicht vom Volke gewählt, sondern von Gott, und nur Gott darf ihn verwerfen. Wenn auch Abr. von den gegebenen Erscheinungen des staatlichen Lebens ausgeht, so verfolgt er doch mit seiner Untersuchung keinen praktischen Zweck. Es ist mehr ein theoretisches und historisches Interesse, das ihn dabei leitet. Die Staatsordnung des zukünftigen messianischen Zeitalters — das er für die nächste Zukunft voraussagte — steht für ihn fest. Sie wird den idealsten König aller Zeiten, den Messias, zum Herrscher haben und der Menschheit die vollkommene göttliche Ordnung bringen37. Abrabanels Stellung zur Agada. Von Juda Bergmann. 1. Der jüdische Staatsmann Isaak Abrabanel, der, vor 500 Jahren geboren, in schwerer Zeit ״Schild und Mauer66 seinen Brüdern gewesen ist und ״die Dulder von der Gewalt ihrer Widersacher errettet hat66, war eine tiefreligiöse Natur. Die schmerzlichen Erfahrungen seines Lebens haben seine Glaubensinnigkeit noch vertieft. Die Vertreibung der Juden aus Spanien, die er miterlebt und miterlitten hat, die Leiden, denen seine Brüder in anderen Ländern ausgesetzt waren, haben die Messiashoffnung in seinem Herzen gesteigert. In der Leidenszeit ist das Messiasproblem für ihn zu einem aktuellen geworden. Von dem Glauben erfüllt, daß die ״Geburtswehen66 der Messiaszeit vor der Vertreibung aus Spanien begonnen hätten, der Messias bereits geboren sei und die messianische Erlösung bald eintreten werde, widmete Abrabanel der Lehre vom Messias drei besondere Schriften. mir auch für Italien zu sprechen. Es handelt sich wohl um die neapolitanischen Könige, in deren Dienst Ahr. stand. 37 Vgl. Ezkmt. 37 י . ואחרי גלותם אקים אליהם רועה אחד שירעה אותם רמז למלך שימלוך עליהם שיהיה מי שיבחר ה׳ בו לא שורש המלכות מאביו כי המלכוח של השם הוא י * " Vgl. auch Guttmann S. 98 ff. und1 Sarachek: The Doctrine of the Messiah in im/edieaval jewish literature 1932, 267 ff.