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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 3 · p. 257

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 3
Article
Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel
Date
1937-01-01
Page
257 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Die Staatsauffassung des Don Isaak Abrabanel. Yon Ephraim E. Urbach. Im jüdisclien Denken des Mittelalters nimmt das Problem des Staates einen verhältnismäßig kleineren Raum ein als im christlichen und islamischen. Viele Seiten dieses Problems, besonders solche praktischer Natur, konnten für die Juden, die am staatlichen Leben nicht teilnahmen, nicht jene Aktnalitat besitzen wie für ihre andersgläubigen Nachbarn. Die jüdischen Philosophen folgen den arabischen Falasifa und befassen sich nicht mit einem vorhandenen Staate, sondern mit dem idealen Staate, in dem der Mensch seine Vollkommenheit erreichen soll. Beherrscher dieses idealen Staates muß nach Alfärabl und nach Maimonides der Prophet sein, welcher die Eigenschaften des platonischen Philosophen-Königs besitzt1. Während die arabischen Denker gezwungen waren, ihr Idealbild der Wirklichkeit gegenüberzustellen, wobei die einen ־—wie Ibn Bagg’a und Ibn Tüfail2 — zur Konsequenz gelangten, daß dem nach Vollkommenheit strebenden Mensehen die Absonderung vom Staate und der Gesellschaft erlaubt sei, die anderen — wie Ibn Khaldun3 — eine rein politische Betrachtung des realen Staates erstrebten* waren die Juden von der Lösung dieses Widerspruches für die Gegenwart befreit. Der konkrete Staat und seine Regierungsform ist nicht Gegenstand ihres Interesses. Eine Ausnahme auf diesem Gebiete scheint Abrabanel — der sonst nicht besonders originelle Denker4 — zu bilden. Auch er widmete allerdings dem Staate und seiner Verfassung keine besondere Schrift; wohl aber nahm er die Gelegenheit wahr, in seinem Bibel- 1 Vgl. Leo Strauss, Philosophie und Gesetz 1935, S. 108 f., derselbe, in REJ 1936, S. 1 ff. und Erwin Rosenthal, Maimonides’ Conception of State and Society, in: Moses Maimonides, hrsg. von Isidore Epstein, London 1936, S. 193 ff. 2 Vgl. MGWJ 1937, S. .153 ff. 3 Erwin Rosenthal: Ibn Khalduns Gedanken über den Staat. München 1932, S. 4. 4 Jacob Guttaann, Die religionsphilosophisGhen Lehren des Isaak Abrabanel, Breslau 1916, S. 6. Monatsschrift, 81. Jahrgang 17

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