Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 3)
- Language
- German
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Besprechungen 255 Kontinuität des prophetischen Bewußtseins — ob er auf den Strecken der Nichteingebung auch seinen Pathosbesitz behauptet und ob da nicht neben das Pathos oder gar an dessen Stelle andere Seiten des Gotteswesens, der Gotteswirksamkeit treten. Es wäre möglich, daß in der vom Propheten ״gelehrten oder gepredigten Religion“ Gott als Schöpfer zu seinem Rechte käme. Das Schöpfertum Gottes hat auch bei den vorexilischen Schrift« Propheten seine unvertretbare und mächtige Bedeutung. Es ist für den Propheten so gegeben wie die göttliche Pathetik, also nicht nur als gewußt und gedacht, nicht nur als Produkt der Spekulation. Es würde alsdann die Behauptung H.s, es sei ״das Pathetische in seiner Bestimmtheit und Be« zogenheit auf den Menschen das ausschließlich einzige Aktuelle an Gott, das sie beschäftigt hat“ (S. 180), auf das richtige Maß zurückgeführt werden. Und es wäre schließlich etwas für die Personalität Gottes gesagt, der hinter der Heschelschen ״Beziehungsreligion“ reichlich zurücktritt. (Vgl. Jes 65.) H. hat zum Gegenstand seiner Untersuchung nur die vorexilischen Schriftpropheten gemacht und auch unter ihnen eine seiner Absicht und Fragestellung gemäße Auswahl der Schriftstellen vorgenommen. Nur bei der Abwehr der Ekstasentheorie kommt er auch auf das Frühprophetentuim zu sprechen. Diese Begrenzung läßt sich methodisch rechtfertigen. Aber die Prophetie als Gesamterscheinung verlangt die Verfolgung der vom Verf. erarbeiteten Gesichtspunkte durch die einzelnen Stadien der prophe« tischen Entwicklung hindurch. Auch vom einzelnen ließe sich noch manches sagen. Der bei Jesaia verwendete Ausdruck קנאדי braucht nicht auf das Hoseanische Ehemotiv zurückgeführt zu1 werden. Es ist auf den auch vom Vf. an anderer Stelle zitierten Satz in Num 25n zu verweisen. Das Müdigkeitsmotiv wird nicht nur von Jes. verwendet. Vgl. dazu Jer 150. Diese Bemerkungen sollen nur als Ergänzungen dienen zu einer Schrift, die in der Fülle der Theorien über den Prophetismus einen neuen Ton anschlägt. Max Grünewald. Sefer-hajöbel li״Professor Semüel Krauss limelöt lö sivTm sänä . . . ״ (Hebr.) Jerusalem 5697. XXIV + 328 S. gr. 8°. Krauss” Photographie und 4 Abbildungen von Inschriften und Gräberanlagen. Der reichhaltige Sammelband zu Samuel Krauss” siebzigstem Geburts« tage ist die Anerkennung seiner unsäglich fleißigen, vielseitigen und syste« matisch aufbauenden wissenschaftlichen Lebensarbeit. Über sein Leben und Werk gibt Klausner einen würdigenden Überblick. Ich freue mich, daß es mir gegönnt war, bei seinem ersten Werke — den Lehnwörtern Band II — Gevatter zu stehen und seiner Zeit auch die Korrektur der Archaeologie zu lesen. Für die Sammlung der Beiträge der Jubelschrift und den korrekten Druck sind wir in erster Reihe Samuel Klein zu D'ank verpflichtet. Bei der Fülle der Einzelheiten, die uns das Buch bietet, muß ich mich auf ganz kurze Hinweise beschränken. Sprachliches bietet Torczyner: ביד bh im Sinne von בעד und בעבור.