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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 2 · p. Seite 230

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 2
Article
Ein sein nai lid fun Ofen
Date
1937-01-01
Page
Seite 230 (sequence 8)
Language
German
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230 Alfred Fürst 55. עש האט לגג גווערט. אי מן דען פדיון הוט בקומן ן וויא מן אין האט ביגערט. פון דן חורבן וועד ן פיל צו שרייבן. טיט ואל איין אידרים מציל ויין פון גזירות אונ׳ אונש בייא איין ואמין לאזן בלייבן: דק ן מיר ביטין: י״י היה עוזר לנו Eine jüdische Chronik der Belagerung Wiens. 1683. Im selben Sammelband der Oxforder Bodleiana (Opp. 8° 1103), aus der wir hier eine versifizierte Chronik der Belagerung Ofens veröffentlicht haben, befindet sich knapp an dieselbe voranschließend eine jüdische Chronik der Belagerung Wiens 1683, mit denselben Typen der Prager Bak״ Offizin 1684 gedruckt (Steinschneider II. 1716). Auch dieses Druckwerk ist in der Geschichtsliteratur bereits genannt1, doch dem Text nach nicht be~ kannt; unsere Publikation geschieht ebenfalls auf Grund einer Photokopie, die wir für das Budapester Jüd, Landesmuseum anfertigen ließen. Das 16 Oktavseiten umfassende Schriftchen ist die tagebuchartig geführte Chronik eines jungen Prager Juden, namens Meir ben Perez Schmelkes, der knapp vor Beginn der Belagerung, am Neumondstag Tammus, zum Besuch seines Vaters in die Kaiserstadt gekommen war, wo derselbe ״in Verrichtung bei Hof“ war, aber auch als Chasan genannt wird. In Wien gab es damals — nach der Vertreibung von 1670 und vor der Niederlassung S. Oppenheims nur sehr wenige Juden. Deshalb sind auch diese Auf״ Zeichnungen meist allgemeiner Natur über die Verhältnisse in der belagerten Stadt, über die erfolglosen Angriffe der Türken, wann und wo Freuden״ feuer angezündet wurden und enden mit dem siegreichen Einzug des Kaisers in seine Residenz. Selben Tages beendet der Verfasser, am 26. Elul, seine Chronik, und am nächsten Tage, da er sich nebst seinem Vater und noch fünf Juden, darunter der letzte Richter der Judenstadt, Marx Morde״ chai Margolies Jafa zum Neujahrsfeste nach Nikolsburg begeben wollte, wird er Opfer eines räuberischen Überfalles polnischer Soldaten. Die Handschrift wird in seinen Taschen gefunden und von Elchanan ben Jissachar K'z, dem Beglaubigten der Gemeinde Prossnitz 1684 in Prag herausgegeben. Von letzterem scheint auch ein Verzeichnis der reichen, dem Zeughaus eingelieferten Beute zu stammen, die wohl einer amtlichen Kundgebung entnommen sein dürfte, soiwie die kurze Erzählung von dem Märtyrertod der 6 Juden, die der Chronik angefügt sind. Der Druck der Broschüre ist klar und deutlich, Sprache und Orthographie nicht weniger kraus und unkonsequent als deutsche Schriften dieser barocken Zeit. 1 Beide zum erstenmal von Carmoly in Ben Chananja VII. 1864 erwähnt. M. Grunwald weiß von der Chronik in seinem Sam. Oppen״ heimer, S. 35, Note 5; Wachstein zieht sie in den ״Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien, Bd. II., Seite 162, Note 4 als Quelle für den gewalt״ samen Tod Marx Margolies Jafa an, setzt aber hinzu: ״Das Schriftchen ist mir unzugänglich geblieben.“ A. Fürst.

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