Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 2)
- Language
- German
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494 Besprechungen vergißt nicht, auf das Aufleben des Jobeijahrgesetzgeistes im heutigen Keren Kajemeth aufmerksam zu machen. Max Wiener. David Goloml), Targumno, Part. II: Exodus, Hove 1936, 693 S. Beim Lesen dieses Buches hat man das Gefühl, in der Zauberküche eines mittelalterlichen Alchimisten zu stehen. Das Kuriose, Schrullige, Bizarre dominiert in ihm. Die Verführung dazu liegt zum Teil in dem Stoff, mit dem es Verf. zu tun hat, den Targumen der babylonischen und palästinensischen Juden, der Syrer und Samaritaner. Zu der vielfachen textlichen Unsicherheit kommen sprachliche Schwierigkeiten, die durch Aufnahme nach eigenem Toncharakter verschliffenen und umgebildeten fremden Sprachguts — des Persischen, Ägyptischen, Griechischen usw. — verursacht sind. Unternimmt es ein stürmisches Forschertemperament vom Schlage G.s, das Chaos zu beschwören, so entsteht leicht noch mehr Ver״ wirrung. Es gebricht G. unheilbar an philologischem Takt, und seine große Belesenheit im einschlägigen Schrifttum, insbesondere auch den Talmuden, die wir gern anerkennen, scheint uns eher ein Hindernis für die Bewältigung der gestellten Aufgabe des Textausgleichs und der Sinnermittlung als eine Hilfe für sie zu sein. Statt vieler stehe ein Beispiel für die Verfahrens״ weise des Verfassers. Für גמא Ex 23 gebraucht Targ. jer. טוב ס, das vermutlich (so auch Löw, Aram'. Pflanzennamen 343) das griech. ,Schilf״ rohr" ist. G. nimmt es als die Stadt Tanis, hebr. Zoan, in dem nach Jes 3320 der Sinn des Umherziehens, Wanderns stecken soll. In diese Richtung weise auch der Ausdruck Tanis selbst, dessen Buchstaben, nur wenig ver״ setzt, zum talm. כסלט führen (siel I. Levy, Neuhebr. u. chald. Lexicon kennt nur einen Stamm פוט)• Targ. j. habe גמא mit טנם wiedergegeben, weil es immerfort sich bewege, schwanke (טכס .(סוט soll dann als טנז in hebr. שט ט נ Dt 221! enthalten sein, wobei sich G. auf Tal. j. Kil. IX Ende beruft. Wenn גמא bisweilen mit בוץ wieder gegeben ist, das so nach dem Ort des Vorkommens in ב’ץ oder צלי? (Jer 3822 Hi 811) genannt sei, so ergebe sich der Schluß* daß טכס die Ausdrücke טיכא und ״ סינאSchlamm, Lehm" ein״ schließe. Von hier aus geht G. auf den Ausdruck סאן los, der sich mit צטן decke, weil dort, der Mündung entgegen, der Nil stürmisch rolle und Schlamm und Lehm aufrühre. Von Jes 94 will Verf. wissen, der Prophet habe an den Schlamm gedacht, den der Nil an die Flußränder spüle und der dann den Stoff zu einem Neuen abgebe. Da man schon beim Nil ist, werden auch Möglichkeiten zur Erklärung dieses Namens erwogen: vielleicht sei ein aram. Element entsprechend hebr. שרף anzusetzen, da!man beim Wasser auch von Brand (Brandung?), wie Jos 118 zeigt, spreche, und der Samaritaner ונשרפה לשרפה Gen 113 mit נלוסדז נילוסי gebe. Darauf kommt eine Kombination mit ״ נולweben", da die Weber im besonderen Maße vom Nil abhängig seien. Da also die Webekunst im Nilland ein Hauptgewerbe war und ״weben" auch hebr. לףן und נון sei, so könne man 114 «!>) עם לעז!) mit ״Webervolk" übersetzen und צק sei mit ״ נועןWeberstadt" gut erklärt. G. vergißt auch nicht daran, daß Zoan wegen seiner Weisen (vgl. Jes 19!t)