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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 6 · p. Seite 492

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 492 (sequence 2)
Language
German
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492 Besprechungen für Richt.»Kön. anzunehmenden Grundfäden, außer dem Gut der mündli-chen Tradition und schriftlich fixierten Einzelstücken auch wohl schon mittelgroße literarische Kompositionen vor sich gehabt haben, daß für uns aber keinerlei Möglichkeit besteht, diese auch nur mit einiger Sicherheit herauszuschälen und näher nach Ort, Zeit und Tendenz zu bestimmen“. (S. 150). Mit diesen Äußerungen wird die Literarkritik richtig eingeschätzt. Die in den Gesetzeskorpora (Ex 20, 22—23, 33; Dt 12—26; Lev 17—26; Lev 1—16) ersichtlichen Unebenheiten und ,Wiederholungen erklärt Verf. durch Red'aktionsarbeit, z. B. aus dem Bestreben, die älteren Bestimmungen mit den neueren in Einklang zu bringen; allein beim Verarbeiten und Verschmelzen kleinerer Korpora stehen die Redaktoren, wie auch sonst in der Bibel, ihren literarischen Verlagen pietätvoll gegenüber (S. 157). Das Heraus״ schälen der Vorlagen ist jedoch hier noch schwieriger als in den erzählenden Stücken. Der dritte Teil der Einleitung befaßt sich mit der Analyse der Bücher des A. T., vor allem des Pentateuchs. Im Pentateuch, richtiger im Hexateuch, unterscheidet Verf. nach Smend und Holzinger vier Quellen: zwei jahwistische und zwei elohistische. Für die zwei jahwistischen Quellen braucht Verf., statt J1 und J2, die Sigle L (— Laienquelle wegen ihrer dem Priestercodex gegenüber relativ profanen Haltung) und J, so daß die Neueste Urkunden-Hypothese, der sich Verf. anschließt, durch die Siglenfolge LJBDP ausgedrückt werden kann, wobei ״L ins 9. oder auch schon 10., P ins 5. «Jhrdt. gehört und JED dazwischen unterzubringen sind und sukzessive Vereinigung der jeweils jüngeren ,Quelle" mit dem älteren Bestand durch je einen Redaktor anzunehmen ist"". (S. Eissfeldt, Pentateuch, in Pauly- Wissowa-Kroll IX, 519.) Im allgemeinen ist laut Verf. im Pentateuch eine ziemlich große Anzahl von Büchern vereint, deren chronologische Reihenfolge durch LJEBDHP veranschaulicht wird. Beim Zusammenfassen dieser Bücher in das Fünf־ buch waren mehrere Redaktionen tätig. So setzt z. B. B die Addition J+E, die Einleitung des D die Kompilation L־4־ J+E+B voraus. Das regelmäßige Hinzuwachsen der jeweils jüngeren Quelle zu dem älteren Bestand läßt so viele Redaktionen annehmen, wie sie im Schema L־F J+E+B־HD+H~f P angedeutet werden, allein ist der Zeitpunkt der einzelnen Redaktionen nicht immer genau zu bestimmen. Jedenfalls ist der Werdegang des Fünfbuches so zu verstehen, daß ״ältere Gesetzkorpora durch neue außer Kurs gesetzt und freilich nicht völlig verdrängt, wohl aber nach der jeweilig letzten göttlichen Willensäußerung gedeutet werden."" Die ältesten Stücke des A. T. ״sind sicher schon im 12. Jahrh. v. Ch. schriftlich fixiert worden""; vom 2. Jahrh. n. Ch. ab kann ״eine ziemlich konstante Textüberlieferung wenigstens hinsichtlich der Konsonanten angenommen werden""; die durch viele Jahrhunderte mündlich tradierte Vokalisation wurde erst im 8. Jahrh. fixiert. Im Zwischenraum von der Abfassung bis zur endgültigen Redaktion ״müssen die Bücher oft sehr oft neu geschrieben und dabei — das ist garnicht anders denkbar — durch Zufall

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