Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Welchen Sinn hat Hohes Lied 4,8?
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 453 (sequence 5)
- Language
- German
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Hug־o Nothmann: Eine Erklärung‘ zu Habakuk 31 453 Damit scheinen zugleich alle Bedenken, Einwürfe, Fragezeiqhen usw. hinfällig zu werden, die Budde u. a, zu Hohl. 4, 8 errichtet haben. Selbst daß es sich um den ״Einschub eines Bearbeiters" handelt, darf man nicht sagen; vielmehr handelt es sich um einen von den rund dreißig Bestandteilen des Hohenliedes, die zu dem jetzt vorliegenden Gesamtwerk zusammengefügt worden sind, gleichartig und gleichwertig mit den übrigen 29. Mit Recht weist Budde seihst darauf hin, daß 4, 11 und 15 ״der Libanon bildlich verwendet und 4, 6 von einem Hingehen zu Bergen geredet wird", ohne daß doch damit ״die Annähme", die er folgen läßt, gerechtfertigt erschiene (der Vers soll ״aus einem Mißverständnis der Umgebung künstlich entwickelt" worden seinf). Seltsam ist aber, daß Budde (bei Marti S. 22) mit seiner Erkenntnis: ״Auf mögliche Raumverhältnisse kommt hier gar nichts an", auf dem rechten Wege war, diesen aber dann doch nicht weiter verfolgt hat. — Auch zu Hohl. 4, 8 wird es letztlich heißen dürfen: Simplex sigillum veritatis. Eine Erklärung zu Habakuk 34. Van Hugo Nothmann. Der genannte Vers: וגגה כאור תדדד. כןרניב* מידו לו רשם חביון עזה bietet wegen der Femininform תהיה und wegen des Bildes קרנים im Dual große Schwierigkeiten, vergl. die Übersetzungen und Kommentare. Die Schwierigkeiten entfallen aber, wenn man beachtet, daß נוגה auch den Planeten Venus bedeutet. Dieser Planet wurde bei den Babyloniern mit der Ischtar identifizert und dementsprechend bei ihnen und bei denen, die ihre Astronomie übernahmen, darunter auch die Israeliten, als weiblich empfunden. Vergl. Pesik. r. ed. Friedmann S. 96a: כיכב זה האיש ונוגה זו האשה und Gabirol כתר מלכות ed. Bialik-Rawn. S. 106 ff. So ist die Form תהיה erklärt. Venus zeigt, dem bloßen Auge bei sehr reiner Luft erkennbar (vergl, dazu Bruno Peter: Die Pianeten, Teubner 1909, S. 14), dieselben wechselnden Lichtgestalten wie der Mond und entsprechend wechselnde Helligkeit. Den größten Glanz zeigt sie 37—35 Tage vor (nach) ihrer unteren Konjunktion, und sie fällt dann völlig aus dem Rahmen der übrigen Sterne heraus (sie ist dann 180 mal so hell wie der