Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 2)
- Language
- German
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426 Michael Guttmann dert sittliches Verhalten von beiden Ehehälften; Bei der Frau eines unsittlichen Ehemannes bleibt das Ordal unwirksam. Darauf gründete sich im wesentlichen die Aufhebung des Ordals. — Nicht unerwähnt sollte auch die Legende von den zwei Schwestern bleiben, die darauf ausgingen, die Wirkung des Ordals zu umgehen (Num. r. 9, 9 Ende; Tanch. Nasso :6, ed. B. 10). Die schuldige und beschuldigte Ehefrau sucht Hilfe bei ihrer ihr ähnlich sehenden Schwester. Diese letztere, im Be״ wußtsein ihrer eigenen Unschuld, unterstellt sich dem Ordal und kommt heil davon. Als sie aber von ihrer schuldigen Schwester empfangen wird, wird diese letztere von dem Hauch der Un״ schuldigen getötet. Die Wirkung des Ordals überträgt sich kraft des Schriftwortes (Koh. 8S) auf die Schuldige. Man vgl. dem״ gegenüber den krassen Ordalcharakter bei Isolde, der es trotz begangener Untreue gelingt, durch geschickte Zweideutigkeit das Ordal glücklich durchzumachen. Näheres bei M. Bauer, Liebesieben in deutscher Vergangenheit, Berlin 1924, S. 49 ff. Die Darstellung W.s zeichnet sich durch Klarheit, Übersicht״ lichkeit und Genauigkeit aus. The Doctrin of the Mess iah in Medieval Je״ wish Literature By Joseph Sarachek, D. H. L. Author of ״The History of the Anti״Maimonidean Controversy“ New York Jewish Theological Seminary of America 1932. Sarachek hat auf breiter Grundlage die Entwickelung der messianischen Idee bei den jüdischen Denkern, insbesondere Philosophen des Mittelalters verfolgt. Verfasser betont im Vor״ wort, daß er nicht das ganze Mittelalter und auch nicht den ganzen Kreis von Autoren berücksichtigt hat, die um die Ge״ staltung des messianischen Begriffs tätig waren. Ihm war es darum zu tun, einen geschlossenen Bericht zii erstatten über den lehrhaften Gehalt der messianischen Idee, über messianische Exegese, Poesie und Apologetik. Er hielt es daher für aus״ reichend, mit Saadia zu beginnen und mit Abrabanel zu schließen. Allerdings kam bei S. das mystisch״eschatologische Moment nicht ganz und voll zur Geltung. Verheißungsgemäß hat sich die jüdische Messianität schon im, Diesseits auszu״ wirken, doch ist sie ihrem innersten Wesen nach eschatologisch