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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 416

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte des älteren jüdischen Theaters
Date
1936-01-01
Page
Seite 416 (sequence 2)
Language
German
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416 B. Weinryb genügt aber, nur das Titelblatt der Hs. zu sehen, um zur Über״- zeugung zu kommen, daß Schipper sie nie vor Augen gehabt hat und zu seinen Folgerungen auf Grund von unkontrollierten Angaben anderer gekommen ist. Die Leipziger Hs. bildet für Schipper einen der Hauptbeweise, daß im 17. Jahrh. Gesellig״ keit und Spiele von den slawischen Ländern zu den deutschen Juden gekommen sind. Er muß dabei seine Theorie durch Erklärungen zu stützen suchen, wie z. B. daß englische Komö״ dianteh in Böhmen und italienische Schauspielertruppen in Polen gespielt und daß die Jesuitenspiele in starkem Maße die Ausbildung des jüdischen Theaters in Polen beeinflußt haben. Sein Beweis geht folgendermaßen: ״Es ist bekannt 1?I, daß die Hs. von 1697 aus Krakau stammt, wo sie ein gewisser Täufling Johannes Jakobus Christianus Löber (als Jude hieß er Mose Katz) laut Bitte Wagenseils niedergeschrieben hat/' Schon die Tatsache — meint Sch. — daß Wagenseil in Deutschland keine Abschrift des Ahasveros-Spieles bekommen konnte und seinen Krakauer Bekannten darum bitten mußte, beweist, daß dieses Spiel in Polen und nicht in Deutschland entstanden ist5. Tatsächlich aber hat sich Sch, durch eine Angabe Stein- Schneiders6 irreführen lassen, der jedoch, wie er selbst gesteht, die Hs. nicht gesehen hat und sich auf Angaben Franz Delitzsch5 stützt, der die hebräische Abteilung des Handschriftenkatalogs der Leipziger Stadtbibliothek bearbeitet hat7. Aber weder Stein״ Schneider noch Delitzsch behaupten, daß die Hs. aus Krakau stammt; vielmehr ist nach ihrer Angabe nur der Schreiber (Kopist) aus dieser Stadt. Die Folgerung über die Herkunft der Hs. macht Schipper selbst; sie stimmt aber mit den Tatsachen nicht überein. Gleich auf dem Titelblatt der Hs. ist genau angegeben, daß sie in Altdorf (Wohnort Wagenseils) geschrieben wurde8. Ein 5 Schipper I 162 ff. 6 MGWJ 1903, S. 88. 7 Catalog־us librorum manuscriptorum qui in bibliotheca Senatoria Civitatis lipslensis asservantur, ed. Aem. G. R. Naumann ... Codices orientales... H. Fleischer et Franziscus D'elitsch; Griiaae 1838, S. 299. גבחב כ&ץ באלטארף המפוארה 8

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