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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 407

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe
Date
1936-01-01
Page
Seite 407 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe 407 ihrem Bericht nach Berlin den Vorschlag*, die Juden müßten nicht nur 1000 Taler in bar sofort bezahlen, sondern auch die Landsbergische Mühle freimachen, ״so das vornehmste perti״ nens des Amtes Himmelstedt ist, als ohne welche die Amts״ Haushaltung nicht geführet werden kann und welche dem ge״ wesenen Hofjuden Israel Aaron vor 4000 Rtl. habe verpfändet werden müssen“. Die Juden sollten sich mit den Erben Israel Aarons wegen des noch Testierenden Kapitals, der Zinsen und der Termine halber, so gut sie könnten, vergleichen. Die Regierung in Berlin bestand auf Bezahlung der 4000 Rtl. Die arrestierten Juden erklärten jedoch, es sei ihnen unmöglich, die 4000 Rtl. auf einmal aufzubringen, selbst wenn sie in Küstrin umkommen sollten. Sie erboten sich jedoch, 2000 Rtl. zu zahlen und die andere Hälfte innerhalb Jahresfrist zu erledigen. Diese Art der Bezahlung genügte jedoch der Regierung in Berlin nicht, so daß am 23. Januar 1676 die Einbringung der Gelder durch Exekution verfügt wurde. Darauf erklärten sich die Juden bereit, die Verteilung dieser Last unter sich auszu״ machen und beriefen zu dem Zweck eine Rabbinerversammlung nach Küstrin, die die 4000 Rtl. auf die gesamten Juden der Neu״ mark, einerlei ob sie geflohen waren oder nicht, verteilte, weil sie meinte, daß es ihren jüdischen Gebräuchen entspreche, ״daß sie einander darunter beistehen, weiln ohne das denen ent״ wichenen unmöglich wäre, eine so hohe Summe allein auf zu״ bringen“. Wie wir aus einem späteren Dekret vom 27. August 1676 erfahren, sollten die 4000 Rtl. dazu verwendet werden, den mit dem Fürsten von Anhalt im Felde gewesenen Artilleristen den Sold für den Monat November 1676 zu zahlen. Im Jahre 1690 zählte die jüdische Gemeinde in Landsberg 21 Familien18. Rechnet man, daß durchschnittlich jede Familie aus 5 Personen bestand, so umfaßte die Gemeinde Landsberg damals mehr als hundert Menschen und war damit eine der größten Gemeinden der Neumark. Wie aus einer Eingabe der Judenältesten vom 1. Juli 1692 an den Magistrat der Stadt Landsberg hervorgeht, besaß die Gemeinde schon ״über dreißig 18 Vgl. König־,, S. 118. Die Annahme von Engelien (S. 317), daß es sich bei diesen Familien nur um ,yunvergeleitete Juden" gehandelt habe, ist irrig (vgü. Magistrats״Archiv Landsberg E XXI d 5 Nr. 1).

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