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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 405

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe
Date
1936-01-01
Page
Seite 405 (sequence 3)
Language
German
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Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d. Warthe 405 verfügt, daß die polnischen Juden außer auf den freien Jahr-* markten weder hausieren noch verkaufen dürften9. Zur Zeit des Schwedenkrieges (1655)10 und des Nordischen Krieges wanderten vereinzelte Nachkommen der im Jahre 1573 aus der Mark Brandenburg vertriebenen Juden wieder dorthin zurück. Einige von ihnen ließen sich in Landsberg nieder. Unter ihnen befand sich der Hoffaktor des Großen Kurfürsten Israel Aaron, der in den Stadtbürgerlisten von 1660 unter Nr. 20 im Juden viertel wohnend aufgeführt wird* 11. Er wohnte dort offenbar schon seit 1656, denn in einer Tabelle vom 21. 12. 1699 heißt es, daß sein Sohn Aaron Israel bereits seit 43 Jahren in Landsberg ansässig sei12. Durch Edikt vom 2i. Mai 167113 gewährte der Große Kur״ fürst 50 der aus Wien vertriebenen jüdischen Familien gegen Erlegung von Schutzgeld die Niederlassung in der Mark Bran״ denburg. Von diesen Familien siedeln sich drei in Landsberg an, nämlich Moses Marcus, Samuel Bendix und Samuel Schwabe. Auf das Jahr 1671 datiert Ackermann14 auch die Gründung der Landsberger Gemeinde, da die Juden, die vorübergehend vorher •dort gewohnt hätten, als Gemeinde nicht anzusehen seien. Unterdessen geht der Kampf der Zünfte gegen die uner״ wünschte Konkurrenz der Juden weiter. Am 12. April 1659 bitten die Fleischhauer^ Kürschner und Weißgerber aus Lands״ berg, den Juden den Handel mit Vieh und Fellwerk nicht zu ge״ statten15. Im Jahre 1672 beschweren sich die Tuchmacher zu Landsberg darüber, daß den Juden der Verkauf von Tüchern und der Tuchschnitt gestattet sei. Ihre Beschwerde wird jedoch abgewiesen16. 9 Siehe PreuJ3. Geh. Staats״Ardn.iv R 21—203, S. Stern, Bdi. 2, Nr. 2. 10 Seit diesem Jahre gewährte der Große Kurfürst den Juden wieder Schutz in der Neumark, vgli. Moritz Stern, Die Niederlassung der Juden in Berlin im Jahre 1671, ZGJD 1930r S. 142, Anm. 83. 11 Vgl. Magistrats-Archiv Landsberg a. d. \V. E XXXHI a 1 Nr. 1. 12 Vgl. anleine Abhandlung über ״Israel Aaron, Hoffaktor des Großen Kurfürsten׳ und Begründer der Berliner Gemeinde“, MGWJ 1935, S. 20—31. 13 Vgl. Ismar Freund, Die Emanzipation der Juden! in Preußen, Bdi. 2, Seite 3 ff. 14 Ackermann, Geschichte d. Juden in Brandenburg a. H., S. 66. 15 Vgl. Preuiß. Geh. Staatsarchiv R 21—210 L. 16 Vgl. S. Stern, Bd. 2, Nr. 18.

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