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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 403

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Ein aus dem Judentum stammender Professor des Rheinlandes im Anfang des 19. Jahrhunderts
Date
1936-01-01
Page
Seite 403 (sequence 7)
Language
German
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Oswald Lassally: Zur Geschichte d. Juden in Landsberg a. d. Warthe 403 fessor Feist Turkheim als Lehrer aufgeführt wird28. Um also als Professor an der Zentralschule in Mainz tätig zu sein, brauchte Anschel sich nicht taufen zu lassen. Erst im Zeitalter der Reaktion, nach 1815, ist der Übertritt von Juden zum Chri~ stentum allgemein mit Heinrich Heine als ״Entreebillet zur euro״ päischen Kultur' gewertet worden und hat Anschel leider viele Nachfolger gefunden, z. B. den Gelehrten und Weltmann David Ferdinand Koreff (1783—1851), der Professor der Psychiatrie und Physiologie an der Berliner Universität um 1816 war und unlöslich mit der Gründung der neuen Hochschule Bonn ver~ bunden ist29. Zur Geschichte der Juden in Landsberg a. d.Warthe Von Oswald Lassally. Am 2. Juli 1257 bekam Albert von Luge von Johann L, dem Markgrafen von Brandenburg, den Auftrag, Landsberg a. d. W. als Stadt auszubauen. Vermutlich haben sich dort schon bald nach Gründung der Stadt Juden aus dem benachbarten Polen angesiedelt. Als in den Jahren 1347 bis 1352 in ganz Europa die Pest wütete, wurden die Juden beschuldigt, durch Vergiftung der Brunnen die Seuche verursacht zu haben. Allenthalben wurden sie verfolgt und in Massen umgebracht. Die Chronik der Stadt Königsberg in der Neumark berichtet uns von derartigen Verfolgungen* 1. Ob sich solche Ereignisse auch in dem etwas weiter östlich gelegenen Landsberg abgespielt haben, ist nicht bekannt2. Dagegen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß von den 28 Salfeld 1. c. S. 76: Noms des juifs qui exercent ou ont exerce des fonctions publiqaies. 20 s. M. Lenz, Geschichte d. Universität Berlin I (Halle 1910), S. 552 ff.; Ur 22 ff.; Rezold, Geschichte der rheinischen Friedrich״ Wilhel׳m״Universität von der Gründung b. z. J. 1870, Bonn 1920, S. 69 ff.; Die Rheinprovinz 1815—1915, II, S. 109; Jüdisches Lexikon HI, Berlin 1929, S. 868; vgl. dazu Kober im 14. Jahrbuch dies Kölnischen Geschichtsvereins B. V. (1932), S. 117. 1 Vgl. König, Annalen der Juden in den Preußischen Staaten, bes. in der Mark Brandenburg, 1700, S. 37 und Engelien״Hennig, Geschichte der Stadt Landsberg, 1857, S. 48. 2 Lichtenstein, Zur Wiederaufnahme der Juden in die brandenbur״ gischen Städte, Zeitschr. f. d. Gesch. d. Juden in Deutschi, (im folgenden ZGfD) 1934, S. 60/61) schließt aus der Tatsache, daß von Judenverfob

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