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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 5 · p. Seite 402

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 5
Article
Ein aus dem Judentum stammender Professor des Rheinlandes im Anfang des 19. Jahrhunderts
Date
1936-01-01
Page
Seite 402 (sequence 6)
Language
German
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402 Adolf Kober nis ablegt. Außer der Übersetzung der Mendelssohnschen Abhandlang über das Kommerz zwischen Seele und Körper sind zu nennen: ״Ode an Herrn Jos. Klaud. Rougement.. zu Bonn"4. Bonn 1791. 4°. ״Thanatologia sive in mortis naturam causas, genera ac species et diagnosin disquisitiones." Goettingae apud Joann Christian Dietrich 179524. Gewidmet ist das Werk Georg Christophorus Lichtenberg, Professor der Physik und Mathematik, Göttingen ״Fautori pia mente venerando hunc suum qualemcunque laborem in devoti ac grati animi tesseram verecundissime consecrat perpetuus cultor Anscher25׳. Ferner ״Anfangsgründe der Naturwissenschaft. Erster Teil, Allgemeine Naturwissenschaft mit einer Kupfertafel Mainz", gedruckt bei C. F. Pfeiffer, Präfekturbuchdruckerei, Germinal 9ten Jahrs 1801. (Auf einem Blatt nach dem Titelblatt:) ״Dem großen Physiker J. A. C. Chaptal, Mitglied des Nationalinstituts, Fränkischen Minister des Innern und Staatsrathe". 193 Seiten in 8°. — S. Anschel ist m. W. der erste aus dem Judentum stammende Professor ap einer Universität des 19. Jahrhunderts. An den deutsehen Universitäten des späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit hat es zwar nicht an getauften Juden gefehlt. Ich nenne nur Johann Isaak Levita und seinen Sohn Stephan Isaak Levita26, die zu den bedeutendsten Hebraisten des 16. Jahrhunderts gehörten und an der Universität Köln lehrten, ferner Karl Anton, geb. 1722, der Professor an der Universität Helmstedt war27. Aber in der französischen Zeit durfte man mit Recht erwarten, daß es für die Juden des Übertrittes zum Christentum nicht bedürfe, da doch die Franzosen auch Juden als Beamte angestellt haben und an dem Lyceum in Mainz z. J. 1808 der jüdische Pro- 24 vgl. ״Das gelehrte Teutschlandfr 5. Ausgabe I (Lemgo 1796),, S. 78, XI (1805) S. 16״ XIG (1808) S. 26; H. E. Scriba, Biographisch-Literarisches Lexikon der Schriftsteller des Grobherzogtums Hessen im 19. Jahrhundert. Zweite Abteilung, Darmstadt 1843, S. 14; Julius Fürst, Bibliotheca judaioa. Erster Teil, Leipzig 1849, S. 46; Encyclopaedia Judaica II, Berlin 1928, S. 862 f. (das Erscheinungsjahr der ״Anfangsgründe der Naturwissenschaft“ ist fälschlich mit 1791 angegeben). 25 In der ,,Thanatologia“ S. 52 ist die Schrift von Marcus Herz, ״Über die frühe Beerdigung der Juden“ aufgeführt; S. 54/55 daselbst wird auf sie zurückgegriffen. 20 Encyclopaedia Judaica X, Berlin 1934. S. 893—895^ 27 Ib. H, Berlin 1928, S. 1108 f.

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