Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 16)
- Language
- German
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390 Carl Cohen Rechts ist über dem Fruchtkorb und den Vasen der Anfang־ von Lev 2340 zu lesen: ״Und nehmt Euch die Frucht des Baumes Hadar, einen Palmzweig . . Die Frucht des Baumes Hadar ist der Etrog und der Palmzweig ist der Lulab. Oben im Scheitel des Rundbogens, neben den Schofarhörnem stehen die Worte: Mit Trompeten und Schofar haben sie posaunt vor dem Herrn und König. Offenbar ist hier an das Schofarblasen und Trom״ peten 'der Leviten beim Wasserschöpfen aus dem Siloa für das Wasseropfer am Laubhüttenfest gedacht. Es ist eigentlich ein Erinnerungsbild, dem die Laubhüttenbräuche aus der Zeit des zweiten Tempels zugrunde liegen. Aber der Tempel besteht nicht mehr, die Vorstellungen vom zweiten und vom ersten Tempel sind ineinandergeschmolzen, das Bild ist ein Wunschbild, eine Vision des messianischen Tempels im messianischen Jerusalem. Die Bedeutung der verschiedenen Punktations־ Systeme für die Aussprache des Hebräischen. Von Carl Cohen. Seit der 1876 erfolgten Veröffentlichung1 2 des Petersburger Prophetenkodex von 916/17 kennt die wissenschaftliche Welt eine Vokalisation des textus receptus der Bibel, die von der uns überlieferten Vokalisation erheblich abweicht. Seit damals ist eine solche Fülle von derartigen Hss — insbesondere in der Genisa in Alt-Kairo — gefunden worden, daß die überlieferte Punktation zwar nicht ihre heutige Allgemeingültigkeit, wohl aber das Prädikat der Alleinexistenz endgültig verloren hat. Man weiß heute, daß es — von Nüancierungen innerhalb der Systeme abgesehen*— drei Vokalisationssysteme gegeben hat,, die man mit den Namen ihrer Herkunft das palästinische, das babylonische und das tiberiensische System nennt. 1 Prophetae posteriores ad fidem Codicis Babylonici Petröpolitani ed. Herrn. Strack, Petersburg 1876. Der Kodex wurde 1839 durch Firkowitsch in Tschufutkale (Krim) entdeckt. Er war die einzige Hs. in bab. Punktation, die Abr. Geiger bei Abfassung der ״Urschrift" (1857) bekannt war. 2 Wiedergaben der pal. und bab. Punktation und mustergültige Fotokopien findet man besonders bei Paul Kahle: Der Mas. Text (Leipzig 1902), Masoreten des Ostens (Leipzig 1913), Die hebr. Bibelhss. aus Babylonien (Gießen 1928), Masoreten des Westens I. und II. (Stuttgart 1927 und 29).