Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst
- Date
- 1936-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst. Von Rahel WiscKnitzer-Bernstein. Das Motiv der messianischen Hütte hat seine Ausgestaltung im Machsor für Sukkot erfahren. Der Liturgiker verherrlichte das Gebot des siebentägigen Verweilens in den Laubhütten durch Herstellung einer ideellen Beziehung der Sukkot zu den Wolkensukkot des Exodus (Im Maarivgebet des 2. Festtages). Die Entsprechung war bereits in Lev 2343 vorgebildet1. Eine besondere typologische Bedeutung gewann aber erst die Entsprechung, die für die Sukka in der Sukkat Dav id gefunden wurde (Jozergebet des 1. Festtages), weil die Verheißung der Wiederaufrichtung der ״verfallenen" Hütte, nach Arnos 9llr zur Anrufung des Messias aus Davids Hause hinüberleitete und weil die Hütte selbst als der von Salomo auf Davids Geheiß erbaute Tempel, nach 2. Chron. 317 aufgefaßt wurde. Der typologische Kreis schließt sich mit dem Bilde der Hütte des Paradieses der Vorzeit, der Sukkat Eden (Maarivgebet des 2. Festtages). Aus der Urzeit in die Endzeit projiziert, wird die Paradieshütte in die Hütte der Frommen im messianischen Zeitalter umgewandelt. Die Verknüpfung der Laubhütte des Festes mit der messianischen Hütte vollzieht sich im Machsor in dem Sinner daß die Beobachtung des Laubhüttenfestes den Anteil an der messianischen Hütte sichert (Maarivgebet des 2. Festtages). Der Gerechte, dem das künftige Leben verheißen ist, ist im Machsor Sukkot niemand anderes als eben der Fromme, der das Laubhüttenfest vorschriftsmäßig begeht. So erscheint das uralte Fest, einst ein die Regenzeit einleitendes Fest, ein Fest der Weinernte, der Herbst-Tagundnachtgleiche, ein Naturfest2, in der Liturgie, als eine Vorstufe der ewigen Seligkeit, die in der Paradieshütte der Frommen im messianischen Zeitalter genossen werden wird. 1 Nach Sukka 11b bestanden die ״Hütten“ Lv 2343 aus ״Wolken der göttlichen Herrlichkeit“. 2 H. Torczyner, Die Bundeslade und die Anfänge der Religion Israels, Kap. X: Sukkot und Mazzotfest, 2. Auflage 1930; M. Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkotrituals, Jahrb. f. jüd. Volkskunde, 1923. Monatsschrift, 80, Jahrgang 25